Lisa-Janina Dyck über ihren Alltag mit Sehbehinderung

Arbeiten mit Handicap

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Technische Hilfsmittel erleichtern Lisa-Janina Dyck (sitzend) die Arbeit. Sie erläutert die Möglichkeiten Harald Junge, Schwerbehindertenbeauftragter des Maßregelvollzugszentrums Niedersachsen (links), Elke Dittrich, Vermittlerin im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Göttingen für den Personenkreis der Rehabilitanden und Schwerbehinderten (2. v. l.) und Iris Rademacher, Beraterin für Rehabilitanden und Schwerbehinderte in der Agentur für Arbeit Göttingen.

Moringen – Lisa-Janina Dyck ist Diplom-Psychologin und arbeitet seit sieben Jahren im Maßregelvollzugszentrum in Moringen. Dass die 36-Jährige stark sehbehindert ist, beeinflusst ihre Arbeit nicht.

Sie bietet Einzeltherapien für die Patienten des MRVZN an. Schon während eines Praktikums im Studium hätte sie ihren jetzigen Job kennen- und schätzengelernt. „Es gefällt mir gut hier, denn hier kann man konstruktiv arbeiten“, erklärt sie. Angst vor den psychisch kranken Straftätern, die zu ihr zur Therapie kommen, habe sie nicht. „Wir sind hier ein Team, so dass etwaige Krisen bei einem Patienten gut erkannt werden, darauf verlasse ich mich. Außerdem gibt es noch einen Notfallknopf“, verrät Dyck, denn aufgrund ihres Handicaps kann sie nicht alles in ihrer Umgebung wahrnehmen. „Ich kann in die Ferne sehen, aber in der Nähe erkenne ich nichts“, erklärt sie. Deshalb ist sie auf einige Hilfsmittel in ihrem Büro angewiesen. Am wichtigsten ist dabei für sie das Programm „Screenreader“, mit dem ihr in Windeseile Texte vom Computer vorgelesen werden. „Leider sind noch nicht alle Dokumente und Internetseiten barrierefrei eingerichtet“, kritisiert sie und hofft, dass diese digitale Herausforderung bald gelöst wird, denn dann hätten sie und andere Sehbehinderte einfacheren Zugang zu Informationen. Zudem hat sie eine Tastatur, mit der sie in Punktschrift arbeiten kann, aber auch mit der normalen Tastatur kommt sie gut zurecht. Die Menüsteuerung erledigt sie flink über Shortcuts, die sie alle auswendig gelernt hat. Ausgestattet mit dieser Technik, kann sie ihren Arbeitstag bestens absolvieren. Bei der Ausstattung ihres Büros wurde sie von der Agentur für Arbeit Göttingen unterstützt. 16 Mitarbeiter sind hier speziell mit der Beratung, Förderung und Vermittlung von Schwerbehinderten und Rehabilitanden betraut. Menschen mit Handicap stehen sämtliche Fördermöglichkeiten offen, die die Arbeitsförderung de SGBIII vorsieht, darüberhinaus gibt es weitere Möglichkeiten, um die Arbeitsaufnahme individuell zu unterstützen, wie die Arbeitsplatzausstattung. Außerdem werden auch Unterstützungsangebote finanzieller Natur, die sich an Arbeitgeber richten, angeboten. Probebeschäftigungsmöglichkeiten und auch Eingliederungszuschüsse sind möglich, erklären Elke Dittrich und Iris Rademacher von der Arbeitsagentur.

Ansprechpartnerin für Arbeitgeber im Landkreis, die mehr über die Möglichkeiten zur Beschäftigung von Schwerbehinderten wissen möchten, ist Dittrich unter 05551/9803222 oder per E-Mail an goettingen.reha-arbeitgeber@arbeitsagentur.de. (rgy)

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