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Liberaler MdL Grascha kandidiert für Landratsposten
 

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Ein Mann zwei Frauen Mdl Grascha will Landrat werden
Der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha will im September Landrat im Kreis Northeim werden. Nach der Nominierung durch die Kreisliberalen um Vize-Vorsitzende Dr. Marion Villmar-Doebeling (r.) stellt sich jetzt auch die Union hinter Grascha, sagt CDU-Kreischefin Kerstin Lorentsen (l.). © Martin Friese

Landkreis Northeim - Demokratische Turbulenzen vor der Kommunalwahl am 12. September: Die FDP hat ihren Einbecker Landtagsabgeordneten Christian Grascha als Landratskandidaten aufgestellt und will die amtierende Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) mit Unterstützung der Union nach fünf Jahren an der Kreishausspitze ablösen.

Pikant: Bisher hat die FDP im Kreistag die polit-pragmatischen Schnittmengen als Kooperationspartner von SPD und Bündnisgrünen umrissen. Jetzt suchen die Liberalen den Schulterschluss mit der CDU.
Nach zwei knappen Wahlverlusten 2011 und 2016 mit Bernd von Garmissen (Dassel) stellen die Christdemokraten für die kommende Kommunalwahl keinen Kreishaus-Kandidaten aus den eigenen Reihen auf, sondern suchen starke Schnittmengen, die Expertise, die Erfahrung, die landesweite Vernetzung von MdL Christian Grascha, dem parlamentarischen Geschäftsführer der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion und Kreisvorsitzenden der Freidemokraten. Das hat CDU-Kreisvorsitzende Kerstin Lorentsen am Dienstag vor der Presse auf der Heldenburg über Salzderhelden deutlich gemacht und angekündigt, nach einem Wahlerfolg im Northeimer Kreishaus neue Akzente setzen zu wollen.
Für die Liberalen, so die stellvertretende FDP-Kreischefin Dr. Marion Villmar-Doebeling, stelle das Landratsamt ganz klar eine Schlüsselposition für eine komplette Aufstellung in Südniedersachsen dar. Da sei zuletzt zu wenig gekommen. „Wir hätten uns mehr als ordentliche Verwaltungsarbeit an der Spitze des Landkreises gewünscht, mehr politische Initiativen und eigene Akzente.“ Das sei besonders in der Pandemie deutlich geworden, bemängelte die Einbecker FDP-Vorsitzende.
Das Land, betonte Grascha, erlebe eine historische Krise, für deren Überwindung ehrgeizige Ziele gesetzt werden müssten. Existenzen, Betriebe, Arbeitsplätze seien gefährdet. Deshalb seien fortan andere Prioritäten nötig. Vor allem müssten Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsförderung mehr ins Blickfeld rücken. „Das muss endlich Chefsache werden“, unterstrich Grascha.
Zupackend und mutig wolle er sich als Landrat der Digitalisierung widmen und der gesellschaftlichen Überalterung begegnen. Demografisch bedingte Schrumpfung der Bevölkerungszahlen seien kein festgeschriebenes Gesetz, meint Grascha. Vielmehr seien die politischen Führungskräfte in der Verantwortung, die regionale Entwicklung trotz demografischer Schwächung positiv voranzutreiben.
Sozialer Zusammenhalt, örtliche Maßnahmen gegen den Klimawandel, öffentliche Sicherheit und vor allem auch Schulpolitik seien weitere Schlüsselansätze. „Wir brauchen beste Bildung mit bester Ausstattung.“ Optimismus, viel Fleiß, auch gute Kommunikation wolle er in seine Landratsarbeit einfließen lassen und im Wahlkampf einen Wettbewerb der Ideen starten. Der Wahlkampf in Corona-Zeiten solle fair bleiben – aber auch interessant werden. cmf

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