Tipp von Bürgermeister Simon Hartmann war goldrichtig:

Leineverband mit neuer Geschäftsstelle

Bürgermeister Simon Hartmann, Geschäftsführer Jens Schatz und Verbandsvorsteher Andreas Friedrichs (von links) vor der Immobilie in der Borsigstraße.
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Bürgermeister Simon Hartmann, Geschäftsführer Jens Schatz und Verbandsvorsteher Andreas Friedrichs (von links) vor der Immobilie in der Borsigstraße.

Northeim / Region – Verbandsvorsteher Andreas Friedrichs freut sich gemeinsam mit Geschäftsführer Jens Schatz und Bürgermeister Simon Hartmann, das Verwaltungsgebäude, die Werkstatt und die Lagerhallen in der Borsigstraße 21 in Northeim in Betrieb zu nehmen. Seit dem 10. Januar sitzen die acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung nun in der Borsigstraße 21 und nehmen von dort aus die Betreuung der insgesamt noch drei Bauhöfe wahr. Ab März 2022 wird der Bauhof Einbeck mit seinen insgesamt sechs Mitarbeitern nach Northeim umziehen, und ab 2023 sollen die fünf Mitarbeiter des Bauhofes Hevensen hinzukommen. Als zweiter Standort ist der Bauhof in Gronau mit fünf Mitarbeitern vorhanden, um die gesetzliche Pflichtaufgabe der Gewässerunterhaltung wahrzunehmen.

Der Umzug war nötig, weil der Bauhof in Einbeck sanierungsbedürftig ist. Eine Vorort-Sanierung war nicht wirtschaftlich, sodass nach Alternativen gesucht werden musste. „Der Tipp mit der Borsigstraße vom Bürgermeister war goldrichtig“,  sagt Andreas Friedrichs. Der bisherige Eigentümer „Kälte-Klima-Technik“ hat in Northeim neu gebaut und zum Jahreswechsel die Immobilie an den Leineverband übergeben. Jens Schatz bedankte sich ausdrücklich bei Reiner Bertuleit, dem Geschäftsführer der „Kälte-Klima-Technik“, für die gute Zusammenarbeit und die reibungslose Übergabe. Vorsteher Friedrichs verspricht sich von der Zusammenlegung der beiden Bauhöfe Einbeck und Hevensen mit der Geschäftsstelle Synergieeffekte und eine noch bessere Auslastung des vorhandenen Fuhrparks und der Arbeitsgeräte. Die Beschaffung zusätzlicher Maschinen und Fahrzeuge wird so deutlich wirtschaftlicher – und auf urlaubs- und krankheitsbedingte Ausfälle kann so noch besser und kurzfristiger reagiert werden.

Der Leineverband ist für die Unterhaltung von Gewässern II. Ordnung im Verbandsgebiet zuständig, das insgesamt 93 Gewässer mit einer Länge von 650 Kilometern zwischen Besenhausen (Gemeinde Friedland) und Ruthe (Stadt Sarstedt) umfasst. Unter anderem zählen dazu die Gewässer Leine, Garte, Weende, Ilme, Saale und Despe. Die Mitglieder des Leineverbandes setzen sich aus den Kommunen, Landkreisen, Straßenbauverwaltung, Forstverwaltung und einigen Firmen zusammen. Aktuell hat der Verband 76 Mitglieder. Im Vorstand sind alle Mitglieder repräsentativ vertreten. Der Vorstand besteht aus 15 Mitgliedern, Verbandsvorsteher ist Andreas Friedrichs, stellvertretende Vorsteher Ralf Buberti und Heinz-Hermann Wolper. Bei der Gewässerunterhaltung trägt der Leineverband dafür Sorge, dass neben dem ordnungsgemäßen Wasserabfluss auch die Pflege und Entwicklung im und am Gewässer sowie seiner Ufer gewährleistet sind. In den letzten Jahren sind dabei die ökologischen Aspekte, aber auch die Folgen der klimatischen Veränderungen immer mehr in den Vordergrund gerückt. Daher geschieht die Gewässerunterhaltung im Leineverbandsgebiet „so schonend wie möglich, aber auch so ausreichend wie nötig“, um den Belangen des Naturhaushaltes gerecht zu werden, betont Geschäftsführer Jens Schatz.

Durch gesetzliche Vorgaben wie zum Beispiel EG-Wasserrahmenrichtlinie, Niedersächsisches Wassergesetz (NWG) und Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) – jeweils in Verbindung mit den aktuellen Rechtsprechungen – sind Eigendynamik und Gewässerentwicklung mit den daraus resultierenden Sohlen- und Seitenerosionen grundsätzlich gewollt und müssen nicht zwingend beseitigt werden. Anlieger dürfen aber nach Paragraph 43 NWG selbst tätig werden und Uferabbrüche  beseitigen. Bei den Gewässer II. Ordnung sollte zuvor eine Abstimmung mit dem Leineverband, bei alle übrigen Gewässern eine Abstimmung mit dem jeweiligen Unterhaltungspflichtigen des Gewässers erfolgen. Weitere Vorschriften des allgemeinen Artenschutzes gemäß Paragraph 39 BNatSchG sind einzuhalten. Liegt ein Gewässerabschnitt im Geltungsbereich eines Naturschutzgebietes oder eines FFH-Gebietes, sind die dafür festgelegten Inhalte zu beachten.

Rückschnitte von Gehölzen, Schilf und Röhricht sind in der Regel in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 28./29. Februar zulässig und werden in dieser Zeit von den Kolonnen des Leineverbandes durchgeführt. Die Pflege von Gehölzen abseits der Gewässerufer ist – auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit – nicht Aufgabe des Leineverbandes, sondern obliegt den jeweiligen Grundstückseigentümern bzw. Anliegern. Diese sollten sich vor Durchführung der Arbeiten die Zustimmung der zuständigen Naturschutzbehörde einholen. Verordnungs- und Gesetzestexte sowie das Verzeichnis „besonders geschützte Biotope“ können bei den zuständigen Umweltämtern bzw. auf deren Internetseiten eingesehen werden. Neben den gesetzlichen Unterhaltungsarbeiten unterstützt der Leineverband die Mitgliedsgemeinden beim Hochwasserschutz und wirbt dafür Fördermittel ein. Dies gilt auch für Vorhaben der Fließgewässerentwicklung, soweit dies personell zu leisten ist und durch Dritte die Kosten dafür weitestgehend getragen werden.

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