Polizei kontrolliert 163 Fahrzeuge an der A7

Laster unter der Lupe

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Kleiner Fehler, große Gefahr: Der Schnappverschluss des Karabiners schließt nicht mehr richtig. Bei einer Vollbremsung kann dies der Teil der Befestigung sein, der nachgibt.

Landkreis Northeim – Unter der Leitung von Polizeihauptkommissar Karsten Lipinski nahmen 51 Polizeibeamte der Direktion Göttingen am 21. Februar an einer länderübergreifenden Kontrollaktion des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs an der A7 teil.

Die Mitarbeiter überprüften dabei insgesamt 163 Fahrzeuge, von denen 82 Lastwagen zu beanstanden waren. In acht Fällen wurde unter anderem wegen falscher Ladungssicherung, fehlenden Kontrollgeräten oder abgefahrenen Reifen die Weiterfahrt untersagt. Geahndet wurden außerdem acht technische Mängel, 17 Geschwindigkeitsverstöße und 13 Fälle von mangelnder Ladungssicherung. Bei einem der Lastwagen, der im Bereich des Parkplatzes Leineholz kontrolliert wurde, stellten die Beamten fest, dass dessen Bremssysteme so manipuliert waren, dass einige der ABS-Sensoren teilweise außer Funktion gesetzt waren. Zudem konnte der Fahrer des Schwertransports mit Überhöhe keine gültige Genehmigung für diesen Transport vorweisen. Ein häufiges Problem, mit dem die Polizei bei derartigen Kontrollen zu tun hat, sind mangelhafte Fahrtdokumentationen bei Sprintern, wie Polizeioberkommissar Sebastian Heinemann erklärt. Die Fahrpersonalverordnung setzt in Deutschland Fahrzeuge ab 2,8 Tonnen, die für den gewerblichen Personen- und Güterverkehr eingesetzt werden, Lastwagen, was die Aufzeichnung von Fahrt- und Ruhezeiten angeht, gleich. Allerdings besteht hier keine technische Aufzeichnungspflicht, denn bei diesen dürfen die Daten händisch erfasst werden. Bei einem Fahrer eines Sprinters war die Dokumentation jedoch falsch durchgeführt worden – ein Fehler, der bei den vorgeschriebenen Kontrollen des Arbeitgebers hätte auf­fallen müssen. Da für Fahrer dieser Klasse keine Fortbildung nach dem Berufskraftfahrerqualikationsgesetz vorgeschrieben ist, müssen Gewerbetreibende hier die Einweisung übernehmen. Für unausgebildete oder unwillige Fahrer kann dies schnell teuer werden: Ein Monat ohne oder mit unzureichender Fahrzeitdokumentation kann schnell um die 2.000 Euro Bußgeld fordern. Für den entsprechenden Betrieb verdreifachen sich diese Kosten häufig. Ob der Fahrer das Bußgeld zahlen muss, oder ob es sich um einen Ausbildungsfehler des Betriebs handelt, kann vor Ort selten festgestellt werden. „Wir stellen den Verstoß fest und das Gewerbeaufsichtsamt übernimmt die weiteren Ermittlungen“, erläutert Heinemann weiter. Unzureichende Ladungs­sicherungen führen immer wieder zu schweren Unfällen, die nicht nur Leib und Leben gefährden, sondern auch einen hohen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen. Mit Hilfe der Kontrollaktionen versucht die Polizei, Unfälle zu verhindern. Dennoch machen Verkehrsunfälle auf der Autobahn im Direktionsbereich nur einen relativ geringen Anteil in der Gesamtzahl aus. „Damit bleibt die Autobahn auch weiterhin das sicherste Straßennetz“, bekräftigt Uwe Lührig, Präsident der Polizeidirektion Göttingen. Auch wenn Last­wagenfahrer nur in circa 29 Prozent aller Autobahnunfälle die Verursacher sind, gab es zwischen 2014 und 2017 einen Anstieg von 12,2 Prozent mit Lastwagenbeteiligung. Dafür sei die hohe Zahl an Baustellen im Streckenabschnitt zwischen Hannover und Göttingen mit verantwortlich. (sth)

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