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„Alle sehr freundlich“

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Jenny hat großes Interesse an Land und Leuten: Polizeidirektor Hans Walter Rusteberg erklärt ihr bei einem Besuch die Polizeiinspektion Northeim/Osterode. © Foto: Gerhardy

BERKA (rgy) – Rotary International ist weltweit das größte private Programm für internationalen Jugendaustausch, das auch Nichtmitgliedern zur Verfügung steht. In diesem Rahmen verbringen gerade ein Mexikaner und eine Taiwanesin ein Austauschjahr im Landkreis Northeim. Die 17-Jährige Ming-Jen Lu, genannt Jenny, aus Taipeh lebt derzeit bei Familie Schmecht in Berka. Im Gespräch mit HALLO schildert sie ihre Eindrücke von Deutschland.

„Deutschland war meine erste Wahl“, berichtet sie in sehr gutem Deutsch, das sie in einem sechswöchigen Kursus am Goethe-Institut gelernt hat. Sie bewundere die Deutschen für ihre Leistungen in der Medizin und in den Naturwissenschaften, aber auch in Kunst und Musik. Gern würde die Schülerin, die auch Klavier spielt, deshalb einmal Bonn besuchen. „Wegen Beethoven“, sagt sie mit einem bewundernden Lächeln. Hamburg und München habe sie schon besucht, auch Berlin würde sie gern noch kennenlernen. In Berka fühlt sie sich sehr wohl. „Ich durfte schon mal reiten, das war toll“, schwärmt sie. Überhaupt haben es ihr die Tiere im ländlichen Umfeld angetan: „Da gibt es auch Hühner und Kühe in der Nachbarschaft.“ Vermissen würde sie hingegen manchmal das Shoppen. Sehr begeistert zeigt sie sich vom deutschen Essen. „Das schmeckt alles so gut, ich habe auch schon zugenommen“, verrät die Taiwanesin. Und obwohl ihre Eltern Buddhisten sind und sie selbst religionslos, habe sie Weihnachten durchaus gekannt. „Wir haben auch einen künstlichen Weihnachtsbaum und schenken etwas, auch die Geschäfte in Taipeh sind weihnachtlich geschmückt“, berichtet sie. Aber der Krippenspielgottesdienst in der Kirche in Berka sei etwas Besonderes gewesen. Sie hätte sogar helfen dürfen, die Kinder zu schminken. „Die waren so süß“, freut sich Jenny noch in der Erinnerung. Überhaupt seien die Deutschen alle sehr nett. An das Händeschütteln zur Begrüßung und Verabschiedung hätte sie sich jedoch erst gewöhnen müssen. Während des Austauschs besucht sie die Klasse zehn im Corvinianum. Unterschiede sieht sie darin, dass in Taipeh alle eine Schuluniform tragen, außerdem seien AGs viel wichtiger in ihrer Heimat. Ansonsten sieht sie aber nicht so viele Unterschiede in der Art des Unterrichts. Der Kunstunterricht gefalle ihr in Deutschland wie in Taiwan am besten, verrät Jenny. Bei dem Blick hinaus auf die verschneite Landschaft fröstelt es junge Frau ein wenig. „In Taiwan haben wir jetzt 17 Grad“, sagt sie mit etwas Wehmut in der Stimme, auch wenn sie den Schnee sehr mag.

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