Internationaler Frauentag mit Kunstdiskussion am 10. März im Bürgersaal

Die Welt der Nanas

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Das Team der Gleichstellungsstelle des Landkreises Northeim setzt sich für Frauen und ihre Belange ein (von links): Ira Scheer, Heike Oppermann, Praktikantin Lea-Kirin Körber und Rosita Wismach.

LANDKREIS NORTHEIM (rgy) – Als die Nanafiguren der Künstlerin Niki de Saint Phalle 1974 in Hannover aufgestellt wurden, sorgten sie für einen Skandal in Niedersachsen. Die farbenfrohen üppigen Frauenfiguren provozieren auch heute noch, weiß Rosita Wismach, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Northeim zu berichten. Die Diskussion um Kunst steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Northeim.

Der Ursprung des Weltfrauentages am 8. März geht auf das Jahr 1857 zurück, als Textilarbeiterinnen gegen niedrige Löhne und unzumutbare Arbeitsbedingungen demonstrierten. Der Grundstein für die Frauenrechtsbewegung war gelegt. „Inzwischen haben die Frauen viel erreicht“, betont Wismach, „Frauen haben Wahlrecht, alle Ausbildungswege stehen ihnen offen.“ Dennoch ist die Partnergewalt gegen Frauen nach wie vor ein Thema. Frauen verdienen immer noch etwa 23 Prozent weniger als Männer in gleichen Jobs und auch die Armut im Alter ist weiblich. Es stelle sich auch die Frage, warum Frauen immer noch die typischen Frauenberufe wählen, die oft keine existenzsichernde Erwerbstätigkeit bieten.

Praktikantin und Studentin der Erziehungswissenschaften Lea-Kirin Körber hat die Erkenntnis, dass Frauen nicht gleich bezahlt werden, hart getroffen. Sie hält deshalb den Frauentag für wichtig, um das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken. Außerdem glaubt sie, dass Frauen ihren Erfolg meist auf Glück zurückführen, Männer hingegen auf ihr Können. Da müsse seitens der Frauen ein Umdenken stattfinden. Und Wismach führt an, dass die Frauenquote ein wirksames Instrument sein kann, bei der trotzdem das Bestenauswahlprinzip gelte, aber Verkrustungen aufgebrochen werden können.

Der Frauentag wird in Northeim am 10. März von 16.30 bis 18 Uhr im Bürgersaal gefeiert. Hier stehen neben den Themen wie Gewalt gegen Frauen, Equal Pay Day und Rente für Frauen auch die Auseinandersetzung mit Medien und Kunst auf dem Programm. Es referiert die Hannoveraner Stadtführerin Barbara Fleischer über „Die Nanafiguern von Niki de Saint Phalle“. Anschließend gibt es Getränke, Knabbereien und Gespräche. Bereits 50 Teilnehmerinnen haben sich zu dem Tag angemeldet. Spontanbesucher sind aber ebenfalls willkommen, betont Wismach, die zur gemeinsamen Feier einlädt.

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