Kurzfilmvorführung im Rahmen der Interkulturellen Wochen

Was ist Heimat?

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Was ist Heimat eigentlich und bedeutet es für alle das gleiche? Diese und viele weitere Fragen beschäftigten die Teilnehmer des Kurzfilmeabends "Heimat ist, wo...".

MORINGEN Unter dem Titel "Heimat ist, wo..." hat die Koordinationsstelle Migration und Teilhabe gemeinsam mit der Sprachförderkoordination und der Terne Rroma im Rahmen der Interkulturellen Wochen zu einem Kurzfilmeabend im katholischen Pfarrzentrum Moringen eingeladen. 

„Was ist Heimat überhaupt?“, fragt Hannah Bludau von der Stabsstelle Integration des Landkreises Northeim zur Einleitung des Filmeabends, denn die Antwort darauf ist nicht so selbstverständlich, wie es auf den ersten Blick scheint. In mehreren Kurzfilmen, die im Medienprojekt Wuppertal in den vergangenen Jahren entstanden sind haben sich Jugendliche ebenfalls mit dieser Frage beschäftigt und ihre Antworten und Thesen in Dokumentationen und Berichten, aber auch Musik­videos verarbeitet. Während für die einen Heimat eine rein geografische Zuordnung ist, gehört für andere mehr dazu. Ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, an dem Freunde oder Familie versammelt sind, an dem man sich geborgen und aufgehoben fühlen kann. In einer besonderen Situation befinden sich die, die sich selbst als heimatlos betrachten. Sei es aufgrund vieler Umzüge oder weil sie aus ihrer ursprünglichen Heimat vertrieben wurden. „Warum sprechen wir überhaupt über Heimat?“, möchte Bludau von den Teilnehmern wissen, nachdem die Filme über Fußballfieber, Schützenfeste sowie das zu den Eltern heimkehren vorbei sind und verweist im Laufe der Diskussion auch auf die Stellwand, an der mehrere Wahlplakate angebracht sind. Während die Partei mit „Heimat ist, wo es Bier gibt“, witzelte warnte die NPD vor Jahren vor der „Homo Ehe“ und behauptete „Heimat braucht Kinder“. Ganz anders besetzten die Grünen mit „Unsere Heimat – beschädigt durch Flächenfraß und Pflanzengift!“ den Begriff. Eine gemeinsame Heimat könne verbinden, aber auch zur Ausgrenzung genutzt werden, wenn andere aufgrund einer abweichenden Heimat ausgeschlossen werden oder werden sollen. So kann die Frage „Wo kommst du eigentlich her?“ von freundlichem Interesse geprägt sein, könne aber auch indirekt bedeuten „Du gehörst hier nicht her“. Einig sind sich alle Teilnehmer bei einem Punkt: Heimat und Zugehörigkeit seien nicht von der Nationalität oder dem Pass abhängig, sondern davon wofür das Herz schlägt. (sth)

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