150.000 Euro von der EU / Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Mittelpunkt

"MeyerundKuhl" erhält Fördermittel

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Kleines Start-Up ganz groß: Die gemeinsame Firma von Axel Meyer (von links) und Dr. Jochen Kuhl erhält Fördermittel im Wert von 150.000 Euro, die von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und dem Landesbeauftragten für Regionale Landesentwicklung Matthias Wunderling-Weilbier überreicht wird.

Hardegsen – Die neue Halle, in der sich die Hardegser Spezialwäscherei MeyerundKuhl seit 2018 befindet wirkt noch recht leer. Das soll sich aber bald ändern denn die Geschäftsführer Dr. Jochen Kuhl und Axel Meyer haben vorausgeplant: Ihre Firma erhält EU-Fördermittel im Wert von 150.000 Euro.

Förderzweck ist die Er­weiterung der Kapazitäten mit der Übernahme der stillgelegten Gewerbeimmobilie, die Investition in neue Maschinen und die Schaffung neuer sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze am Standort Hardegsen. Genau das steht für die kommende Zeit an. Mit dem vorausschauenden Kauf des ehemaligen Rewe-Marktes sind die Geschäftsleute gut auf ihre in den Startlöchern stehenden Projekte vorbereitet. Weitere Wasch- und Trockenkapazitäten sollen geschaffen und eine Reparaturwerkstatt eingerichtet werden. Dabei setzen sie nicht nur auf die Verbesserung ihrer Wasch- und Imprägnierverfahren, sondern auch auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Besonders wichtig sei dies nicht nur bei Outdoorkleidung, sondern besonders bei Feuerwehreinsatzkleidung. Die ist nicht nur äußerst teuer, eine Jacke kann rund 1.200 Euro kosten, sondern zusätzlich auch vielen Schadstoffen ausgesetzt: Brandgase, auslaufende Gefahrenstoffe, Blut und vieles weiteres können diese kontaminieren. Hier steht nicht nur der Schutz der Einsatzkräfte im Vordergrund – es dürfen keine Rückstände in der Kleidung zurückbleiben – auch die Ab­wässer müssen entsprechend geklärt werden. „Wir fassen Dinge an, die noch nicht geregelt sind“, hebt Kuhl hervor. Damit wolle die Firma auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsvorschriften, die zu erwarten seien, vorbereitet sein und eine Vorreiterstellung übernehmen. Eine der größten Stärken des jungen Unternehmens sieht Kuhl im hohen Digitalisierungsgrad. Angefangen von der Auftragsvergabe, die als Dienstleistung über einen Onlineshop erfolgt, bis zum Auftragsabschluss lassen sich viele Arbeitsschritte am Computer nachverfolgen. Für die Zukunft sei geplant, auch die Waschdosierungen, in Abhängigkeit von der Waschcharge, unter Nutzung von Erfahrungswerten und Produktionsdaten zu automatisieren. So können auch Kunden nachvollziehen, welche Waschverfahren an ihrem eigenen Kleidungsstück angewandt worden sind. Neben der Innovation und dem Ausbau vor Ort plant MeyerundKuhl auch die Ausweitung des Geschäftsgebietes. „Anfragen zur Zusammenarbeit gibt es weltweit“, bestätigt Kuhl. Innovation findet sich in der Hardegser Firma nicht nur auf digitaler und technischer Ebene. „Er hat Abi, ich hab Schraubenzieher“, fasst es Meyer, Geschäftsführer und Feuerwehr-Brandschutzabschnittsleiter West im Landkreis Northeim, humorvoll zusammen. Während sich Kuhl viel um Marketing und Digitalisierung des Betriebs kümmert, liefert Meyer Know-How und praktische Lösungen für Probleme, die sich ihnen stellen. So bekam die Firma oft nachts nach Feuerwehreinsätzen direkt Aufträge, um Einsatzkleidung zu reinigen. Um den Geschäftsführern dennoch zu ermög­lichen, eine Nacht durch­zuschlafen, baute Meyer kurzerhand eine Einwurfklappe in den hinteren Teil des Gebäudes ein. Die Feuerwehren der Umgebung haben jede einen individuellen Code, um diese zu öffnen und so ihre Schutzkleidung bei Bedarf zu 24 Stunden am Tag abgeben zu können. „Wir arbeiten sehr gut zusammen und profitieren von der Start-Up-Stimmung“, kommentiert Kuhl die Zusammenarbeit in der Wäscherei. (sth)

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