Die Mühe hat sich gelohnt / Storchenvater Schulz:  Erfolgreiche Population im Landkreis erreicht

„Guter Bruterfolg“

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Acht der 15 Horste im Landkreis Northeim waren in diesem Jahr besetzt, in sieben wurden erfolgreich Junge aufgezogen – insgesamt 19 Stück.

LANDKREIS NORTHEIM ­ – Der Einsatz der vergangenen Jahre für die Störche im Kreisgebiet hat sich gelohnt: Zu diesem Ergebnis kommt „Storchenvater“ Bernd-Jürgen Schulz. 19 Jungstörche allein in diesem Jahr ließen für weitere Jahre hoffen. „Der Erfolg aber hat viele Väter.“

Deshalb dankt er allen Beteiligten, die ihm stets hilfreich zur Seite gestanden hätten – sei es bei der Errichtung von neuen Horsten, bei der Horstpflege oder bei der Beringung. Das sei Naturschutz und geschehe zum Wohle der Weißstörche. Markoldendorf habe durch neue Ersatzhorste, die seitens der Kirchengemeinde und von Bürgern errichtet wurden, für die nächsten Jahre „gute Voraussetzungen für eventuelle Neuansiedlungen geschaffen“. Im Landkreis Northeim sei durch die gemeinsamen Anstrengungen mittlerweile eine „erfolgreiche Storchenpopulation“ erzielt worden: Acht der 15 Storchenhorste seien in diesem Jahr besetzt, in sieben Bruterfolge zu verzeichnen gewesen. In Salzderhelden und Immensen zählte Schulz je vier Jungstörche, in Sülbeck und Hollenstedt je zwei, in Langenholtensen und Wolbrechtshausen je drei und in Ellensen einen Jungstorch. Damit seien pro Horst durchschnittlich 2,7 Jungstörche – „ein guter Bruterfolg“ – aufgezogen worden. Und alle (bis auf die in Langenholtensen) habe Georg Fiedler auch beringen können. In Lindau sei rechtzeitig vor Ankunft der Störche ein neuer, sehr schöner Storchenhorst von privater Seite auf einem Betriebsgelände errichtet worden, wobei Schulz Hilfestellung leistete. Kurz nach der Fertigstellung der Nisthilfe wurde sie sogleich von einem neuen Storchenpaar belegt, es kam zur Eiablage, doch Küken schlüpften nicht: Das erst zweijährige Storchenpaar war noch nicht geschlechtsreif. An weiteren Storchenhorsten in Greene, Sievershausen am Solling, Portenhagen, Denkershausen, Lagershausen und Hammenstedt gab es keine Neuansiedlungen. In Greene beobachtete Schulz allerdings, dass sich dort über Wochen sechs Altstörche aufhielten: Auch das lasse für das kommende Jahr hoffen. In Wolbrechtshausen hatte sich ein zuvor in Immensen und Ellensen angesiedeltes Storchenpaar niedergelassen, das über Jahre von anderen Storchenpaaren vertrieben worden war. Die Markoldendorfer Störche überwinterten sogar: Sie waren während der Wintermonate häufig auf dem Ellenser Horst anzutreffen. Bei dem Paar handelt es sich um Ostzieher: Es war erst Mitte April aus dem Winterquartier zurück gekehrt und hatte nach kurzem Kampf seinen Horst verloren. Nach der Umsiedlung nach Wolbrechtshausen nahm es dort Ende April das Brutgeschäft auf: Obwohl relativ spät geschlüpft, hatten sich die drei Jungstörche noch prächtig entwickelt und seien bereits Ende Juni beringt worden. „Die Begeisterung im Ort war sehr groß, und die Störchin machte den Eindruck, dass sie sich in ihrer neuen Heimat auch sehr wohl fühlt.“ Derzeit gönnen sich die Altvögel bis zum Aufbruch in ihre Winterquartiere nach der anstrengenden Aufzucht ihrer Jungen noch etwas Ruhe.

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