Zum Internationalen Frauentag am 8. März

Frauen sind von der Corona-Pandemie stärker betroffen

Fünf Frauen mit Weltfrauentagsfahne vor Kreishaus
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Kerstin Lüpkes (Frauen&Wirtschaft), Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Julia Kögler (Landkreis-Gleichstellungsbeauftragte), ihre Northeimer Kollegin Lisa Recke und Auszubildende Mandy Stadermann.

Landkreis Northeim - Am 8. März ist Internationaler Frauentag. In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Das Ungleichgewicht der Geschlechtergerechtigkeit ist in dieser Zeit besonders sichtbar.

Die Pandemie hat die gesamte Gesellschaft vor erhebliche Herausforderungen gestellt und kostet viel Kraft. Insbesondere Frauen sind von der aktuellen Situation stark betroffen. Mehr Frauen als Männer arbeiten in systemrelevanten Berufen in Klinken, Pflegeheimen oder an der Supermarktkasse und haben somit zur Grundversorgung aller beigetragen. Diese Berufsfelder sind allerdings oftmals schlecht bezahlt. Parallel dazu haben Frauen mehr denn je die unbezahlte Sorgearbeit zu Hause geleistet und dafür nicht selten ihre Arbeitszeit reduziert.

In Krisenzeiten nimmt nicht zuletzt die häusliche Gewalt zu. Die Kontaktbeschränkungen erhöhen das von Partnern ausgehende Gewaltrisiko für Frauen und Kinder, Taten bleiben öfter unentdeckt. Deshalb macht sich Landrätin Astrid Klinkert-Kittel für ein Frauenhaus im Landkreis Northeim stark: „Es ist mir wichtig, Frauen und Kinder zu schützen und ihnen eine Zuflucht zu bieten, wenn es zu häuslicher Gewalt kommt.“

Für die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Northeim und die Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft aus dem Landkreis Northeim sprechen allen Frauen ihren Dank aus. Doch Dank alleine genügt nicht. Julia Kögler, Gleichstellungsbeauftragte beim Landkreis Northeim, weist daraufhin, dass Dank alleine nicht ausreicht: „Die Anerkennung muss in einer greifbaren Politik für eine geschlechtergerechte Gesellschaft umgesetzt werden. Systemrelevanz muss endlich die Anerkennung, Zeit und Entlohnung bekommen, die ihr gerecht wird. Gemeinsam fordern wir deshalb faire Löhne für professionelle Sorgearbeit, Maßnahmen zur Abmilderung der Corona-Krise für Beschäftigungsverhältnisse von Frauen, die Sicherstellung von Beratungsstellen und Frauenhäusern und die Sicherung der Geburtshilfe. Gleichzeitig ermutigen wir Frauen dazu, sich politisch zu engagieren, um die Zukunft der Gesellschaft in die eigenen Hände zu nehmen.“

Um auf den Internationalen Frauentag aufmerksam zu machen, hissen die Gleichstellungsbeauftragten und die Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft im Landkreis Northeim am 8. März Fahnen vor dem Kreishaus. lpd

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