Flüchtlinge lernen Deutsch und hoffen, bleiben zu dürfen

„Leben ohne Angst“

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Spaß am gemeinsamen Lernen (von links): Zdravko Dusanek (Caritas), Sajeela und Mohammad aus Pakistan, Lehrerin Brigitte Hansen, Dafine und Bajram aus dem Kosovo sowie Gilemarim aus Eritrea.

NORTHEIM (rgy) – Acht Flüchtlinge treffen sich einmal die Woche in der ZISS-Kontaktstelle der Caritas, um mit Brigitte Hansen Deutsch zu lernen, aber auch um mehr über das Leben in Deutschland zu erfahren. Bei allen Kursteilnehmern ist der Aufenthaltsstatus noch nicht abschließend geklärt, aber sie verbindet die Hoffnung, in Deutschland leben zu können, frei von Angst und Repressalien.

Mohammad und seine Tochter kommen aus Pakistan, hatten dort Probleme mit der Taliban, weil sie der Ahmaiyya-Gemeinde angehören, einer islamischen Glaubensrichtung, die sich sehr für den Frieden unter allen Menschen einsetzt. Auch Dafine und Bajram aus dem Kosovo berichten von Problemen, die sie mit ihrem Glauben innerhalb der Familien hatten, was sie zur Flucht veranlasst hat. Gilemarim hat mit Frau und Kind die Flucht vor dem diktatorischen Regime in Eritrea angetreten und hofft, dass ihr Asylantrag bald genehmigt wird. Allen Kursteilnehmern ist gemein, dass sie schnell die deutsche Sprache lernen wollen, und hoffen hier Arbeit zu finden. Die Fortschritte, die sie im Kursus von Brigitte Hansen machen, sind beachtlich. „Wir können das gut gebrauchen“, betont Mohammad. Denn Hansen vermittelt nicht nur Vokabeln und Grammatik, sondern erklärt den Teilnehmern auch das Leben in Deutschland. „Die kirchlichen Feiertage habe ich auch erläutert und die Teilnehmer haben sich daraufhin eine Führung durch die katholische Kirche gewünscht“, berichtet die Lehrerin. Einem Wunsch, dem Zdravko Dusanek von der Caritas gern nachgekommen ist. Zum Abschluss des Kurses ist ein gemeinsames Essen geplant. „Vielleicht in einem Kaffee, damit die Teilnehmer sich in einer Alltagssituation erproben können“, überlegt Hansen. Sie selbst hofft, dass es nach den Ferien zu einem Fortgeschrittenenkursus kommt sowie zu einem weiteren für Einsteiger. Die Sprache helfe den Flüchtlingen anzukommen, und so hoffen sie, wenn sie die Erlaubnis dazu haben, auch Arbeit zu finden. „Die Langeweile ist ein Problem“, berichtet Dusanek, der Wunsch nach Arbeit ist sehr groß. Doch schon jetzt loben die Flüchtlinge, die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Deutschen und das Leben ohne Angst.

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