Ehrenamtliche Fahrer für Kalefeld gesucht

Fahrdienst vor dem Aus?

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Suchen neue ehrenamtliche Fahrer: Ivonne Fernkorn-Aue, Stefanie Reinecke, Bärbel Wagner, Helga Zöll und Brigitte Hansen (von links) hoffen auf ein Fortbestehen des Fahrdienstes in der Gemeinde Kalefeld.

Kalefeld – „Unsere Fahrpläne sind randvoll, wir brauchen dringend mehr Fahrer“, zieht Brigitte Hansen einerseits ein positives Fazit, andererseits fehlen Ehrenamtliche, die die Touren in der Gemeinde Kalefeld übernehmen. 

Gemeinsam mit Helga Zöll hat Hansen vergangenes Jahr bei der Gemeinde angeregt, den Fahrdienst einzurichten. Da das Angebot so gut angenommen wird, sind sie auf mehr Hilfe angewiesen. Zurzeit fahren Stefanie Reinecke aus Kalefeld und André Dietrich aus Oldenrode ehrenamtlich Menschen durch die Gemeinde, die aus verschiedenen Gründen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Zöll selbst steigt nicht selten in ihren privaten Wagen, um Mitbürger zum Frisör, zum Arzt, in den Supermarkt oder zum Elithera Gesundheitszentrum nach Kalefeld zu bringen. Die Kooperation schätzt besonders dessen Geschäftsführerin Ivonne Fernkorn-Aue: „Die Selbstständigkeit der Menschen wird dadurch mehr gefördert, und Ältere können so auch vormittags Termine wahrnehmen, wenn ihre Kinder oder Nachbarn vielleicht noch arbeiten müssen.“ Der Fahrdienst ist kostenfrei, das Elektroauto wird dienstags und donnerstags von der Gemeinde Kalefeld zur Ver­fügung gestellt, die ehrenamt­lichen Fahrer arbeiten unentgeltlich. „Es macht viel Spaß, man lernt viele neue Leute kennen und kann nebenbei noch die Gegend erkunden“, beschreibt Reinecke ihre Tätigkeit. Freundlich, aufmerksam und hilfsbereit sollte man als Fahrer sein – und flexibel. „Wir sind kein Taxi, manchmal halten wir noch spontan am Supermarkt an oder ein Termin dauert länger als gedacht“, berichtet Zöll, die die Touren koordiniert. Auch Bärbel Wagner nutzt den Dienst. Die 48-Jährige aus Willershausen leidet an Fibromyalgie, an guten Tagen nimmt sie das Fahrrad, um Termine in der Nähe wahrzunehmen, doch wenn sie einen schlechten Tag hat und ihr Mann arbeitet, ist sie auf Hilfe angewiesen. „Die Fahrer sind absolut flexibel und freundlich, außerdem lernt man neue Leute kennen und kann sich unterhalten, so hat man auch immer gleich soziale Kontakte“, erzählt sie von ihren Erfahrungen. Um das Angebot für die Bürger, der jüngste Nutzer des Fahrdienstes ist 22 Jahre alt, die älteste 91 Jahre, aufrecht halten zu können, werden dringend Ehrenamtliche gesucht. „Wir brauchen am besten einen Pool von etwa zehn Fahrern“, erklärt Hansen. Der Fahrdienst wird dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr im gesamten Gemeindegebiet angeboten. Voraussetzung ist ein Führerschein Klasse B. Zudem sollten die Fahrer körperlich fit sein, da am Tag zum Teil Strecken von 200 Kilometern zurückgelegt werden. Die Ehrenamtlichen sind während ihrer Tätigkeit versichert. Des Weiteren soll in Echte ein innerörtlicher Fahrdienst einge­richtet werden, wünschen sich die Initiatoren. „Und ein zweites Auto wäre ein Traum“, hofft Zöll. Wer sich engagieren möchte, kann sich bei Hansen unter 05553/91001 melden. Bei ihr gibt es auch weitere Infos. Wer den Fahrdienst nutzen möchte, wendet sich an Zöll unter 05553/200917. (wat)

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