Oliver Draber stellt seine „drei Kinder“ vor

„Leute können stolz sein“

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Oliver Draber lobt das große Potenzial des Harzhorns: Hier gilt es, darüber hinaus eine Verbindung zur Tongrube Willers­hausen und zum Klosterhügel Brunshausen in Bad Gandersheim herzustellen.

Landkreis Northeim – „Die Leute können stolz darauf sein, was sie hier haben“, lobt Oliver Draber, Geschäftsführer der Praeteritum gGmbH, und schwärmt von seinen „drei Kindern“, dem Harzhorn, der Tongrube Willershausen und dem Klosterhügel Brunshausen, die alle drei nationale Bedeutung hätten. 

Auch die im Sommer neu gegründete Dachorganisation, deren Geschäftsführer er ist, sei etwas Besonderes, da hier sowohl der Landkreis, die Stadt Bad Gandersheim und die Gemeinde Kalefeld in einem Projekt kooperieren. Diese kommunale Zusammenarbeit würde auch in der Landeshauptstadt interessiert beobachtet und könne durchaus Türöffner für Fördergelder sein. Überhaupt gebe es viele Töpfe, aus denen man ver­suchen könne, projektbezogene Finanzspritzen zu erhalten, betont er. Zu tun gibt es an den einzelnen Standorten noch genug. Wichtig sei aber auch, Synergien zu nutzen, zum Beispiel bei der Ausbildung und Zusammenarbeit der Guides. Bislang fehle es auch an Hinweisen auf die jeweils anderen Standorte, da müsse es eine engere Verzahnung und Besucherlenkung geben. Insbesondere am Harzhorn wäre die Nachfrage nach Führungen schon jetzt sehr hoch, freut er sich über die große Beliebtheit. Hier würde gerade noch ein Rundweg gebaut. Eine Idee sei, eventuell auch einen Turm am Harzhorn zu errichten. In Zukunft würde ein großes Schild an der neuen Wildbrücke über die A7 auf das Römerschlachtfeld hinweisen und es so zusätzlich bewerben. Auch der Klosterhügel Brunshausen mit dem Portal zur Geschichte sei als Wiege der Ottonen von nationalem Interesse und gut besucht. Angedacht und wünschenswert sei, hier noch mehr Platz für Sonderausstellungen zu schaffen, damit die Menschen immer wieder einen neuen Anreiz für einen Besuch erhalten, hofft Draber. Bei der Tongrube Willershausen sind die Herausforderungen am größten, diese mehr zugänglich zu machen. Hier brauche man mehr Man­power, außerdem würde noch im Biotop geforscht und zudem müsste dem Naturschutz Rechnung getragen werden. Hier fehle es noch an Infrastruktur. Ein erster Schritt sei aber auch hier bereits getan, indem ein Antrag auf eine Servicestation an der Tongrube gestellt worden sei. Infotafeln seien ebenso wünschenswert wie eine Erschließung des Geländes mit besseren Wegen. Rund 50 Menschen bringen sich aktiv in die Arbeit an den drei Standorten ein. Viele davon sind ehrenamtlich engagiert, freut sich Draber über deren großen Einsatz. „Ich habe hier drei funktionierende Systeme vorgefunden“, lobt er und hofft auf einen regen Austausch untereinander, um die „Leute zusammenzubringen“. Noch andere Ideen möchte Draber verfolgen, so könnte es Radtouren zu den drei historischen Highlights in der Region geben. Im Gebiet zwischen Harz und Weserbergland könnte sich eine touristische Dachmarke entwickeln, um mehr Besucher zu bekommen. Einen großen Werbeeffekt verspricht er sich von der Landesgartenschau 2022 in Bad Gandersheim. Natürlich werde man dann auch alle drei Standorte in diesem Rahmen vorstellen und bewerben. (rgy)

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