Palast aus Sand

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Voller Konzentration: die buddhistischen Mönche erstellen ein Sandmandala.

MORINGEN Nicht Orgelmusik, sondern meditative Klänge haben die Besucher der Moringer Liebfrauenkirche in den vergangenen Tagen empfangen. Der Grund: Zwei buddhistische Mönche hier fertigen ein Sandmandala.

Im Chorraum steht eine 2,07 mal 2,07 Meter große Spanplatte, über sie gebeugt, bringen Abt Kunga Tenzin und Chhimek Rinzen des Klosters Chhoede Gompa Lo-Manthang in Nepal kunstvoll und mit viel Akribie farbigen Sand zu einem Bild auf. Es stellt am Ende den Medizin-Buddha im Palast dar, der als höchster Heiler und Arzt gilt. „Er beschützt alle Lebewesen vor physischen und mentalen Krankheiten und hilft ihnen, die drei Gifte Gier, Hass und Unwissenheit zu besiegen“, erläutert Iris Lehmann vom Freundeskreis Lo-Manthang. Auch Margarete Sternberg und Andreas Brix aus Moringen unterstützen den Freundeskreis und haben schon mehrfach Nepal, Tibet und Bhutan bereist. Brix hatte sogar schon eine Privataudienz beim Dalai Lama. Sternberg beherbergt die Mönche während ihres Aufenthalts in Moringen. Diese buddhistische Aktion in einer evangelischen Kirche soll helfen, andere Kulturen kennenzulernen und so dürfen die Besucher der Kirche die Mönche auch während ihrer Arbeit ansprechen. Gern geben sie über ihre Arbeit, ihre Religion und ihre Wirken in Kloster und Schule auf Englisch Auskunft. Zudem gewähren einige Ausstellungsstücke in der Kirche Einblick in das Leben in Lo-Manthang. Noch bis Sonntag, 11. Februar, kann die Entstehung des Mandalas von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr beobachtet werden. Dann findet um 15 Uhr der Abschluss der Veranstaltung mit Erläuterungen zum Bild und zum Buddhismus statt. Anschließend wird das Bild zusammengefegt, in ein Gefäß gefüllt und in ein fließendes Gewässer an der Scheunenstraße übergeben. „Von hier aus wird dann der Sand und die Idee in alle Welt getragen“, erklärt Lehmann die Bedeutung, der Handlung und lädt ein, zur Abschlussveranstaltung zu kommen. Ab Montag sind die Mönche dann für eine Woche in Hildesheim im Roemer- und Pelizaeus-Museum. Hier werden sie ein neues Sandmandala entstehen lassen. Der Freundeskreis Lo-Manthang wurde 2003 gegründet. Sein Ziel ist es, die Menschen von Lo (Upper Mustang) darin zu unterstützen, dass sie weiterhin gemäß ihrer Tradition und ihrer buddhistischen Religion in einer immer noch relativ entlegenen Region Nepals leben können, dass aber gleichzeitig junge Leute auch den Anschluss an moderne Bildung und Entwicklung erhalten. So fördert der Verein mehrere Schulprojekte unter anderem das Kloster Chhoede Gompa mit seiner Klosterschule. Mit der Herstellung der Sandmandalas möchten die Mönche zum Fortbestand ihres Klosters und der Klosterschule beitragen. Zurzeit besuchen rund 70 junge Mönche die Klosterschule. Der Eintritt zu der Veranstaltung in der Moringer Liebfrauenkirche ist kostenfrei. Spenden für das Kloster sind erwünscht. (rgy)

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