Frank Jester läuft ohne Schuhe und ohne Rucksack von Hamburg zum Bodensee

Barfuß, aber glücklich

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Barfuß durch Deutschland: Aus Solidarität zieht sich Nörtens Bürgermeisterin Astrid Klinkert-Kittel Schuhe und Socken aus. Frank Jester hat so bereits 250 Kilometer hinter sich gebracht, bevor er im Hotel Rodetal einkehrte.

NÖRTEN-HARDENBERG (wat) – Nur mit dem Allernötigsten – Geld, Zahnbürste, Rasierer, Handy, Regenschirm und Minikamera – ausgestattet, hat sich Frank Jester am 1. September in Hamburg auf den Weg zum Bodensee gemacht, zu Fuß und ohne Schuhe. In Nörten-Hardenberg traf er vergangene Woche Bürgermeisterin Astrid Klinkert-Kittel, um über seine Tour zu berichten.

„Gestern war es schon eine Qual zu laufen, Rollsplit ist vielleicht für Autofahrer gut, aber nicht für mich“, gibt Jester zu. Nach 250 Kilometern sind die Füße des Arztes und Buchautor ziemlich geschunden. „Wenn mir jemand neue Füße schenken würde, nehme ich das Angebot sofort an“, lacht er. Trotzdem möchte der 47-Jährige seine insgesamt 780 Kilometer lange Tour fortsetzen, um darauf aufmerksam zu machen, wie gut Bewegung und vor allem Barfußlaufen für die Gesundheit ist. „Außerdem merkt man, wie glücklich man auch ohne die vielen materiellen Dinge und vor allem ohne Stress und permanenten Zeitdruck ist“, sagt Jester. Die wichtigsten Dinge hat er in seinen Hosentaschen verstaut, frische Wäsche bekommt er von seiner Familie in die Hotels, in denen er übernachtet, geschickt oder kauft sie sich unterwegs. Ebenso seine Verpflegung: Entweder kehrt der gebürtige Hamburger irgendwo ein oder er kauft sich Getränke und einen Snack im Supermarkt. Das schönste sei für ihn der Kontakt mit den Menschen, die er unterwegs trifft. „Das ist es auch, was uns glücklich macht und was wir brauchen, nicht der neueste und größte Fernseher, sondern Kontakte und auch die Natur“, betont Jester. Jeden Tag lernt er neue Menschen kennen, die ihm zum Beispiel Tipps für einen besonders sehenswerten Weg geben. Oder ihm, wie während des Gesprächs mit HALLO, eine Fußcreme schenken. Für die meisten sei er ein völlig verrückter Typ, „aber im positiven Sinne“, betont Jester. So sieht es auch Nörtens Bürgermeisterin. „Ich habe unheimlichen Respekt davor und kenne niemanden, der so etwas macht“, ist sie von der Aktion begeistert. Sie selber geht zwar auch gerne barfuß, „aber eigentlich nur am Wochenende zu Hause“. Zur Erinnerung hat sie für Jester eine Tasse von Nörten mitgebracht. „Die müsst ihr im Rathaus für mich aufbewahren, in die Hosentasche passt sie nämlich nicht“, sagt der Barfußläufer und verspricht, sie bald abzuholen. „Dann aber mit dem Auto“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Wer die einzelnen Etappen von Jester verfolgen möchte, kann dies unter www.barfussdeutschland.de.

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