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Staatssekretär übergibt Urkunde

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Von: Henric Greber

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Staatssekretär Stefan Muhle übergibt die „Low Code Pionier-Urkunde“ an Bürgermeister Andreas Humbert.
Staatssekretär Stefan Muhle übergibt die „Low Code Pionier-Urkunde“ an Lamspringes Bürgermeister Andreas Humbert. © Rolf Martensen

Lamspringe – Drei niedersächsische Kommunen haben im November an einer Veranstaltung teilgenommen, die unter dem Leitsatz „Digitalisierung an einem Nachmittag“ vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Digitalisierung ausgerichtet wurde. Neben Lüneburg und Hildesheim war auch Lamspringe vertreten. 

Es sollten innerhalb von nur vier Stunden drei Prototypen für die Digitalisierung von drei unterschiedlichen, klar definierten Prozessen aus der Verwaltungspraxis entwickelt werden. Ein Jahr zuvor war von der Digitalagentur Niedersachsen und der Stabsstelle Digitalisierung des Ministeriums die Initiative „Low-Code Land Niedersachsen“ gegründet worden. Sie propagiert das Erzeugen von Anwendungen nahezu ohne Programmierung durch einfaches Zusammenklicken vorgefertigter Softwarebausteine. „Konfigurieren statt programmieren“ lautet die zugrunde liegende Idee. 
Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, bis Ende 2022 ihre Verwaltungsleistungen über Webportale auch digital anzubieten. Gemäß OZG wurden fast 600 Verwaltungsleistungen identifiziert, die es digital abzubilden gilt. Hier setzt die „Low-Code-Plattform“ an. Mithilfe visueller und grafischer Elemente kann man sich das benötigte Programm einfach zusammen klicken. Damit können Behörden ihre Prozesse nicht nur selbstständig digitalisieren, sondern jederzeit auf entstandene Änderungen reagieren. Und das in der Regel kostengünstiger als es bei einem externen Dienstleister der Fall wäre.  
Es gibt erste konkrete Beispiele der Nutzung: Urlaubsanträge mit der zugehörigen Zettelwirtschaft werden künftig der Vergangenheit angehören, die Corona-Kontaktverfolgung kann bei Vorlage der Daten ohne Tabellenkalkulation direkt mit einer eigenen App umgesetzt werden. Der Landkreis Lüneburg nutzt eine Low-Code-Plattform, um Online-Dienste zur Verfügung zu stellen, darunter ein Fahrkartenservice für die Elbfähre und Gutscheine beziehungsweise Saisonkarten für das Freibad der Gemeinde Asendorf. 
Staatssekretär Stefan Muhle, im Wirtschaftsministerium zuständig für die Digitalisierung in Niedersachsen, kam nach Lamspringe, um der Kommune im Refektorium die Urkunde „Low-Code-Pionier Niedersachsen“ zu überreichen. „Wir danken Lamspringe für die Aufgeschlossenheit und dass es sich auf den Weg gemacht hat, eine Verwaltung auf Ballhöhe anzubieten“, sagte der Staatssekretär. 
Bürgermeister Humbert stellte die Einführung der papierlosen Verwaltung in Aussicht und versprach, das Thema Low-Code weiter zu verfolgen. Stefan Muhle forderte, dass kurzfristig einheitliche Standards für den Bund, die Länder und die Gemeinden geschaffen werden. „Die verschiedenen Programme müssen miteinander sprechen können.“ 
Vielleicht ist es hierzulande dann bald so wie schon jetzt etwa in Estland: der Kontakt zur Verwaltung findet komplett online statt. „Nur noch für Heirat und Scheidung müssen die Bürger ins Rathaus.“ - rm -

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