Senioren-Netzwerk stellt kostenlose Notfallkarte vor

Vorreiter im Landkreis

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Manfred Jouliet und Tatjana Bartels präsentieren die Notfallkarte.

Lamspringe – „Bei unseren Einsätzen kommt es oft auf Minuten an. Da kann eine solche Karte Leben retten.“ Manfred Quensen, Leiter der Sehlemer Rettungswache, betonte bei der vom Senioren-Netzwerk Lamspringe präsentierten Notfallkarte, wie wichtig schnelle patientenbezogene Infor- mationen sind. 

Darauf hatte zuvor auch schon Manfred Jouliet aufmerksam gemacht. Der Seniorensprecher der Stadt Höxter aus Nordrhein-Westfalen ist Mitentwickler der Karte. Ein persönliches Erlebnis aus dem engsten Familienkreis hatte bei ihm die Initialzündung ausgelöst, sich mit dem Thema Notfall zu beschäftigen. Über mehrere Jahre arbeitete er, mit Unterstützung einiger Mediziner, daran, das ursprüngliche Informationsblatt immer noch weiter zu verbessern. Inzwischen ist „die grüne Karte“, wie sie in Höxter und Umgebung nur genannt wird, in einer Auflage von rund 90 000 Exemplaren in der gesamten Region, aber auch darüber hinaus, verteilt worden. Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, aber auch Reisebüros und Busunternehmen bieten sie ebenso an wie Seniorenheime und Pflegedienste. „Wir haben schon etliche Rückmeldungen und Dankesworte von Betroffenen erhalten, denen die Karte geholfen hat“, berichtet Jouliet. Dabei denkt er nicht nur an Senioren, sondern auch an Kinder oder Auslandsurlauber. Die Notfallkarte erfasst neben den persönlichen Daten und der Angabe des Hausarztes die Übersicht über die aktuelle Medikamenteneinnahme, eventuelle Grunderkrankungen und Allergien sowie Hinweise auf eine Hinterlegung von Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht. Tatjana Bartels, stellvertretende Vorsitzende des Netzwerkes, dankte insbesondere den Sponsoren, zwei Apotheken, ein Augenoptiker, zwei Pflegediensten, zwei Physiotherapeuten und der Förderverein Lamspringer Schulen, ohne die der Druck der 3000 Exemplare nicht möglich gewesen wäre. Die Notfall-Karten, die übrigens kostenlos sind, sind ab sofort bei allen Sponsoren erhältlich. Ebenso werden die Notfall-Karten in der Grundschule und in der Oberschule an die Schülerinnen und Schüler verteilt und auch in der Gemeindeverwaltung werden sie ausliegen. „Geplant ist auch, die Notfall-Karten den Ortsvorstehern in den einzelnen Ortschaften zuzustellen, damit diese sie an interessierte Bürgerinnen und Bürger weitergeben können“, kündigte Bartels an. Lamspringes Bürgermeister Andreas Humbert dankte dem Senioren-Netzwerk für seine „wichtige und hilfreiche Initiative“, die im Landkreis bisher einmalig sei. Er wünsche sich aber, dass diese gemeindeweite Einführung möglichst bald flächendeckend im Hildesheimer Raum erweitert werde.

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