Lamspringer Künstler malt Bilder über Sagen aus dem Wendland

Kloth und „Das Jammerholz zu Grabow“

Micha Kloth malt „Das Jammerholz zu Grabow“. Foto: Martensen

LAMSPRINGE Der Lamspringer Künstler Micha Kloth steckt zurzeit mitten in der Arbeit an einem „sagenhaften“ Projekt. Es geht um Sagen und Geschichten aus dem Wendland, mit denen Micha Kloth sich seit einiger Zeit intensiv beschäftigt. Anlass ist der Auftrag eines Unternehmers aus Südniedersachsen, der sich versteckt in den Wäldern des Wendlands sein Traumhaus errichten ließ und nun die Räume mit Bildern von Motiven wendländischer Sagen und Märchen gestalten lassen will. Großformatige Bilder sollen es sein, die am Ende im Gesamteindruck den Charakter eines Frieses vermitteln.

Für Micha Kloth hieß es also, sich auf die Suche nach entsprechenden Texten zu begeben. Über einen abenteuerlichen Weg lernte der Lamspringer Maler Undine Stiwich kennen, Stadtarchivarin in Lüchow und Leiterin des dortigen Amtsturm-Museums, aber auch Autorin mehrerer Sagenbücher aus dem Wendland und Märchenerzählerin. Als solche wird sie regelmäßig vom NDR 1 eingeladen, wo sie, zuletzt in einer mehrstündigen Sendung am Heiligen Abend, Märchen und Sagen aus dem Wendland humorvoll und spannend über den Äther schickte.

Nach einem längeren Telefonat mit Micha Kloth stimmte sie begeistert der Zusammenarbeit zu und versorgt ihn seither mit Informationen und Fachwissen über Mythen und Bräuche der Wenden. „Es war von Anfang an, wenn auch bisher nur am Telefon oder per Mail, ein herzlicher Kontakt, und es verspricht, eine ganz spannende Zusammenarbeit zu werden. Ich bin froh, dass Micha Kloth mit seinen Gemälden dazu beiträgt, dass die überlieferten Geschichten nicht verloren gehen.“ Beide freuen sich jetzt auf den ersten direkten Kontakt vor Ort und die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit.

„Das Jammerholz zu Grabow“ heißt die Geschichte, die Micha Kloth gerade in einem Bild verarbeitet. Dabei geht es um einen Sohn, der im Jammerholz seinen Vater erschlagen will, so wie man sich der Sage nach dort seit Generationen der Alten entledigt hat, wenn sie gebrechlich wurden.

Das Grauen der Situation wird allerdings bei Kloth nur sparsam angedeutet. Er hatte zunächst mehrfach den Text gelesen und danach ist aus der Erinnerung eine Idee entstanden, wie der Inhalt der Geschichte in ein Bild umgesetzt werden kann. Den Untergrund des kaschierten Kartons hat er dazu mit einer Künstler-Bastelkreide vorbereitet, auf der er die düstere Grundstimmung des aus vor allem aus verschiedenen Blautönen bestehende Bildes mit Künstlerstiften aufgetragen hat. Nach der Fertigstellung werden bis Mai weitere Bilder entstehen, wobei Kloth jeweils nach dem vorgegebenen Thema entscheidet, ob er in der gleichen Technik arbeitet oder auch Aquarelle und Steindrucke entstehen werden. rm

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