Klosterkammer investiert 2,5 Millionen in Sanierung

Platz für neue Nutzer und Ideen

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„Werte bewahren – Identität stiften“ heißt das Motto für die Sanierung des Klosters Lamspringe.

Lamspringe – Das Projekt „Sanierung des Lamspringer Klosters“, aktuell kalkuliert mit geschätzten 2,5 Millionen Euro, ist ein Langzeitvorhaben, dessen Ende für 2022 geplant ist. Doch das kann sich jederzeit noch ändern, wie Katja Hennig von der Klosterkammer Hannover bestätigt.

Die gelernte Tischlerin, Restauratorin und Architektin ist als Projektleiterin auch erste Ansprechpartnerin für Bürgermeister Andreas Humbert, denn er residiert mit der Lamspringer Gemeindeverwaltung im sogenannten Konventflügel des Kloster- gebäudes. Genau dort sind vor einigen Monaten die Sanierungsarbeiten angelaufen. In einem ersten Bauabschnitt wurden im angrenzenden Bereich Räume als Interimsfläche für die Ge- meindeverwaltung und die Bücherei hergerichtet, um den Betrieb möglichst uneingeschränkt weiterlaufen lassen zu können. Zudem wurden die Büros des Jugend- pflegers Uwe Martensen und des Tourismusmanagers Thomas Butchereit ausgegliedert. Das Tourismus- büro ist schon seit Anfang des Jahres in der Klostermühle beheimatet, was laut Butchereit dazu führt, dass er wesentlich mehr Besucher hat als vorher. Die Schwellenangst sei für die touristisch Interessierten nicht so groß wie beim imposanten Gebäude des Klosters, das 872 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Aus diesem Grund könne es für ihn „ruhig noch ein bisschen dauern, bis alles fertig ist“, meint Butchereit augenzwinkernd. Auch Micha Kloth ist von den Sanierungsarbeiten betroffen. Der bekannte Lamspringer Künstler, der im Klosterkeller seine Werkstatt hat, muss während der Baumaßnahmen aus Sicherheitsgründen mit einer zeitweisen Beeinträchtigung seiner Arbeitsmöglichkeiten rechnen. Da dieses aber befristet ist, „kann ich das ertragen“, sagt Kloth. Und Katja Hennig ergänzt: „Wir schätzen die Arbeit von Micha Kloth sehr und freuen uns, dass ihm die Räume auch nach der Instandsetzung weiterhin zur Verfügung stehen.“ Beim Rückbau aller nichttragenden Elemente fanden die Handwerker in etlichen Räumen des Klosters zum Teil schwach gebundenen Asbest in Putz- und Spachtelmassen. Die Schadstoffsanierung hat eine Fachfirma übernommen und ist inzwischen abgeschlossen. Die ebenfalls entdeckten Schäden und negativen Auswirkungen vorheriger Baumaßnahmen werden jetzt von Experten begutachtet und bewertet. „Dann wird die bisherige Planung überprüft und wenn nötig angepasst“, erläutert Katja Hennig. Auch dieses Vorgehen beeinflusse natürlich den Zeitplan. Neben der Barrierefreiheit für die Gemeindeverwaltung sind auch zwei neue Treppenhäuser mit Aufzug sowie die Optimierung von Flucht- und Rettungswegen vorgesehen. Außerdem müsse man „das historische Tragwerk statisch ertüchtigen“ und die fast 300 Jahre alten Holzbalkendecken überprüfen, erklärt die Projektleiterin. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt wird das Thema Brandschutz sein. Dessen Anforderungen mit dem Ziel zu vereinbaren, das historische Aussehen des Gebäudes zu erhalten, sei ambitioniert. “Aber wir kriegen das hin“, zeigt sich Hennig optimistisch. Das „wir“ meint sie auch so, denn: „Die Baulogistik bei diesem Projekt in dieser Größenordnung ist eine anspruchsvolle Denkaufgabe. Das geht nur in Teamarbeit.“ Das gilt auch für die Kooperation mit der Gemeinde. „Die Zusammenarbeit mit den Fachleuten der Klosterkammer läuft gut. Wenn wir Gesprächsbedarf haben, finden wir immer ein offenes Ohr“, lobt Bürgermeister Humbert. Für ihn ist die grundlegende Sanierung des Klostergebäudes eine bedeutende Aufgabe, die auch die Arbeitsmöglichkeiten der Gemeindeverwaltung stark beeinflusse. „Wir mussten einige Räume aufgeben und in andere umziehen. Doch insgesamt freuen wir uns, dass die Klosterkammer hier in Lamspringe viel Geld investiert, um das Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern auch zukunftsfähig zu machen. Dazu gehören ja nicht nur energetische Maßnahmen, sondern auch der Einsatz und Einbau modernster Technik und die Erweiterung der Nutzungsmöglichkeiten“, so der Ver- waltungschef. Diesen Aspekt betont auch Katja Hennig: „Wir hoffen, dass die Fertigstellung für die gesamte Gemeinde positive Impulse bringt. Es wird dann auch zusätzliche Möglichkeiten für neue Nutzer und neue Ideen geben. Genug Platz ist vorhanden.“

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