Heldinnen des Alltags

Zwei Hildesheimerinnen teilen sich den Preis für Zivilcourage

Kreis – Im Dezember 2018 ging Erna Rennig mit ihrem Hund im Stadtfeld spazieren, als sie einen Mann beobachtete, der eine Frau, wie sie es schilderte, „brutal misshandelte“. Sie sprach ihn aus scheinbar sicherer Entfernung an, doch der Täter rannte zu ihr und warf sie zu Boden. Die Hildesheimerin verletzte sich dabei. Auch Anna Sidorova war mit ihrem Hund unterwegs und beobachtete den Vorfall. Sie rief einen Krankenwagen und leistete moralischen Beistand. Für ihren Einsatz wurden die beiden gestern mit dem Preis für Zivilcourage des Landkreises Hildesheim ausgezeichnet.

„Man soll sich nicht in Gefahr begeben. Es ist nicht preisverdächtig, in Action zu sein“, betonte Landrat Olaf Levonen bei der Preisübergabe: „Die Jury erhält einen Stapel Fälle, und dann werden zuerst die aussortiert, bei denen die Helfer die Täter selbst verfolgt haben.“ Die beiden Frauen haben dies nicht getan, aber dennoch Zivilcourage gezeigt. „Man soll das leisten, was jeder leisten kann. Beobachten, Polizei rufen, Hilfe leisten“, ergänzte Polizeiinspektionsleiter Uwe Ippensen: „Der Täter wurde übrigens gefasst.“ Der Preis besteht aus einem gegossenen Handabdruck der Ausgezeichneten, der vom Künstler Enrico Gabelmann in Zusammenarbeit mit der KSM Castings Group erstellt wird. Die Skulpturen wurden während der Preisübergabe direkt produziert. Zudem erhielten Rennig und Sidorova jeweils 500 Euro, die von der Kreiswohnbaugesellschaft gestiftet werden. „Wir machen das gern, denn uns liegt das Thema Sicheres Wohnen am Herzen“, so kwg-Geschäftsführer Matthias Kaufmann, der erläuterte: „Courage kommt aus dem Französischen und bedeutet Mut!“ Ippensen ergänzte, dass es auch mutig sei, sich öffentlich ehren zu lassen: „Sie zeigen Gesicht.“ Und Rennig betonte trotz ihrer Verletzung: „Ich würde wieder so handeln.“ flo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare