SoVD: Kreisverband Hildesheim-Alfeld übergibt viele Spenden an das Hildesheimer Frauenhaus

Zehn Wagenladungen

Mehr als 480 Kisten mit Sachspenden und eine Geldspende nimmt das Frauenhaus vom Sozialverband Deutschland, Kreisverband Hildesheim-Alfeld, in Empfang. Foto: Rischmüller

HILDESHEIM Mehr als erfolgreich ging die Spendenaktion von Sabine Rook, Frauensprecherin des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Kreisverband Hildesheim-Alfeld, zu Ende. Mit einer symbolischen letzten Übergabe von Sach- und Geldspenden an die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Hildesheim schloss sich ein Kapitel, welches Rook so im Sommer nie zu träumen gewagt hatte.

Mehr als 14 000 Mitglieder ihres Kreisverbandes hatte sie um Unterstützung gebeten. 17 Ortsverbände folgten ihrem Aufruf und sammelten rund 15 Kubikmeter Sachspenden. Mehr als 480 Kartons, Kisten, Säcke, Koffer und Taschen mit Kleidung, Haushalts- und Hygieneartikeln, Spielsachen sowie Fahrräder, Kinderwagen, Buggys und Autositze wurden in zehn Transportladungen an das Frauenhaus übergeben. „Immer mittwochs, immer mittags, immer voll kam der VW-Bus“, berichtet Selma Fuchs vom Frauenhaus. Rooks Keller ähnelte in dieser Zeit einem Warenlager, denn jedes einzelne Kleidungsstück wurde sortiert, begutachtet und dann für den Transport vorbereitet. Auch Rooks Ehemann sprang mehr als hilfsbereit ein und wurde zum „Spendenmanager“. Darüber hinaus strich die Organisatorin durch einen Flohmarktverkauf einen beträchtlichen Geldbetrag ein. Wilfried König, Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes, zeigte sich stolz und hocherfreut über die hohe Spendenbereitschaft seiner Mitglieder. „Das ist schon eine tolle Aktion gewesen“, unterstrich er. Er und Rook dankten allen Unterstützern und berichteten mit einem Schmunzeln über manche logistische Herausforderung. So habe es Spendenübergaben an der Bundesstraße 1 gegeben, von einem Auto direkt ins nächste Auto. Eines wurde laut der Frauensprecherin aber deutlich. So habe es sie erstaunt, wie viele interessante und auch informative Gespräche sich aus den Spendensituationen heraus ergeben hätten. Das Wissen um die Existenz des Frauenhauses sei zwar vorhanden gewesen, doch gerade die praktischen Fragestellungen waren vielen eher unbekannt. „Wie kommt man denn an das Frauenhaus ran, wie viele Frauen leben dort, wie wird das Leben dort praktisch umgesetzt?“, waren einige der Fragen, die immer wieder für Gesprächsstoff sorgten. Darüber hinaus habe auch die Tatsache, dass das Frauenhaus auf die Spenden angewiesen sei, für Interesse gesorgt: für Rook und Fuchs ein weiterer Erfolg der Aktion. Aufklärung sei gerade bei diesem Thema unglaublich wichtig. „Wir können die Dinge sehr gut brauchen. Manche Frauen kommen wirklich nur mit einer Handtasche zu uns, für solche Fälle haben wir beispielsweise Notfallpakete, für die wir auch Hygieneartikel benötigen. Denn gerade am Anfang verfügen einige Frauen gar nicht über genügend eigene finanzielle Mittel, um sich diese lebensnotwendigen Dinge kaufen zu können“, erklärte Fuchs. Wie auch in den Vorjahren sei auch 2015 das Frauenhaus nahezu ununterbrochen voll belegt gewesen. Rund 40 Frauen mit ihren Kindern suchten hier Schutz. Eines habe sich jedoch in diesem Jahr, wie man an den Zahlen deutlich erkennen kann, verändert. Die Nachfrage sei nicht weniger geworden als in den Vorjahren, doch durch die stark gestiegene Verweildauer der Bewohnerinnen sei es nicht möglich gewesen, mehr Frauen aufzunehmen. So sei die derzeitige Situation auf dem Wohnungsmarkt für die betroffenen Frauen mehr als prekär. Häufig fehle im Moment eine Perspektive auf den baldigen Beginn einen selbstständigen Lebens in eigenen Räumen. Dies sei eine anstrengende Situation. Vermieter befürchteten Unruhe innerhalb des Hauses. In diesem Zusammenhang betonte Fuchs, wie wichtig es sei, gerade diesen Frauen eine Chance auf ein neues Leben zu geben. ar

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