„Luft nach oben“: Lothar Veit schreibt das Mottolied für den Deutschen Evangelischen Posaunentag 2016

„Wir müssen ausposaunen, worüber wir so staunen“

Gitarre und Stift sind seine Werkzeuge: Liedermacher Lothar Veit.

HILDESHEIM  Bläser aus ganz Deutschland kommen im Juni 2016 beim Deutschen Evangelischen Posaunentag in Dresden zusammen. Unter dem Motto „Luft nach oben“ ist es das größte Bläsertreffen weltweit.

Rund 20 000 Menschen werden nicht nur gemeinsam spielen, sondern auch singen. Und die Textvorlage für das offizielle Mottolied des Posaunentags kommt aus Hildesheim. Der Liedermacher und Journalist Lothar Veit hat sie geschrieben. Lange, bevor er Journalist geworden ist, hat der gebürtige Peiner schon in Kirchenbands gespielt und eigene Lieder geschrieben. Seit vielen Jahren textet er Songs für die Evangelischen Kirchentage, 2012 hat er seine Debüt-CD „Widerworte“ veröffentlicht, sein Liederbuch trägt den selben Titel. Im 2 500-Einwohner-Ort Gadenstedt zwischen Hildesheim und Braunschweig ist Lothar Veit aufgewachsen, dort hat er sich früh in der evangelischen Jugendarbeit engagiert. Als der Pastor eine Band gründete, stieg er als Sänger und Gitarrist ein. Daneben häuften sich immer mehr Ehrenämter an: im Gemeindevorstand und im Kirchenkreistag, als Vorsitzender der evangelischen Landesjugendkammer, in Gremien des Kirchentags, als Jugenddelegierter in der EKD-Synode – um nur einige zu nennen.

Das alles führte er auch noch neben seinem Studium der Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft weiter. Seit 20 Jahren ist er Mitglied der losen Texter- und Komponistengruppe „Takt“, die sich einmal im Jahr trifft, um eine Woche lang an Texten und Tönen zu feilen. Hier ist ein Großteil von Lothar Veits Stücke entstanden. 2004 wurde er erstmals zu den Liederwerkstätten für den Deutschen Evangelischen Kirchentag eingeladen – seither hat er zu fast jedem Kirchentagsliederbuch einen Beitrag geliefert. Gesungen haben seine Lieder in den zurückliegenden Jahren immer nur andere – bis er sich im vorigen Jahr endlich aufmachte, um mit Band auf Tour zu gehen und die Songs so zu spielen, wie sie in seinem eigenen Kopf klingen.

Er brauche Zeit und Ruhe, um seine Lieder zu schreiben, erzählt der 41-Jährige: „Ich kann nicht von der Arbeit nach Hause kommen und nach Feierabend noch einen Text schreiben.“ Zumal er großen Wert darauf legt, nicht in die Klischee-Falle zu tappen und mit den typischen Floskeln zu arbeiten, die man in neueren Kirchenliedern immer wieder findet. Alltagsthemen, Umwelt, Gewalt und Rassismus, Glaube und auch Zweifel spiegeln sich in seinen Liedern wieder.

Der Text des Motto-Songs lautet auszugsweise: „Mit unserm Atem loben wir / dich, Gott, ein Leben lang. / Doch manchmal schleicht ein falscher Ton / sich in den Gottesklang. / Wer übertönt das Lob mit Zorn? / Und wer stößt noch ins gleiche Horn?“

Die beiden Schlusszeilen von „Luft nach oben“ wirken wie die Zwischenbilanz seines Schaffens als Liedermacher: „Wir müssen ausposaunen, worüber wir so staunen.“

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