Kreisjugendorchester: Dirigent Sebastian Dortmund leitet Stück als „Eiskönigin“

„Wir haben Spaß!“

Das KJO spielt unter der Leitung von „Eiskönigin“ Sebastian Dortmund (l.) ein Stück. Foto: Jäger

HILDESHEIM J Jugendliche aus den Mitgliedsvereinen des Kreismusikverbandes an ihren Instrumenten fordern und fördern: das sind wichtige Ziele, die das Kreisjugendorchester (KJO) verfolgt. Musikstücke, die Jugendliche besonders ansprechen, liegen hier auf dem Notenpult. Dazu gehören Originalkompositionen oder interessante Arrangements moderner, sinfonischer Blasmusik, wie Film- oder Musicalmelodien. Einmal im Jahr zeigt dieses Orchester dann, warum die Jugend mit viel Leidenschaft die zeitintensive Probenarbeit abseits der Heimatvereine auf sich nimmt: weil Musik in der Gemeinschaft einfach Spaß macht. Jetzt präsentierte das KJO „Musik für uns und euch“ in der Sporthalle des Goethegymnasiums. Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins zur Förderung des KMVH, Eberhard Müller, nutzte den Abend, um dem KJO eine großzügige Spende zu überreichen. Bereits beim „Opener“ des Konzertes sprang der Funke über, und es konnte sich keiner dem Glücksgefühl des Megahits „Happy“ von Pharell Williams entziehen. Während dieses Stück für einen Soundtrack verwendet wurde, regte das folgende Werk jeden einzelnen Zuhörer dazu an, einen ganz persönlichen Film vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen: „La Storia“ ist die Musik für einen Film, den es nicht gibt - so die Ankündigung zu dieser Originalkomposition von Jacob de Haan. Passend zur Jahreszeit wurde auch Musik aus dem Walt Disney Animationsfilm „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ gespielt. Bei diesem Stück hatten sich die 35 Musiker für ihren Dirigenten Sebastian Dortmund etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Weil er bei den Proben „immer so viel gemeckert hat“, musste er zur Strafe dieses Stück mit Perücke und in engem Kleid als „Eiskönigin“ dirigieren. Im weiteren Konzertverlauf wechselten sich am Taktstock Dortmund und sein Stellvertreter Yannick Koppe ab und unterstützten, wenn sie gerade nicht an der Reihe waren, das KJO an der Posaune. Die Moderation wurde unbekümmert erfrischend und locker von den Jugendlichen selbst übernommen. Das Publikum fühlte sich bestens unterhalten, ganz im Sinne des letzten Stückes vor der Pause „Let me entertain you“, einer Zusammenstellung von Robbie Williams- Hits. Wippende Petticoats, handfeste Schlägereien und heiße Tanzwettbewerbe: Das ist der Stoff, aus dem die Story von „Grease“ gestrickt ist. Mit einem Medley aus diesem Musical startete der zweite Konzertteil. Auch hier reichte die Bandbreite von Filmmusiken über blasmusikalisch aufbereitete Popmusik bis hin zu einer Komposition von Johann Sebastian Bach. Sein „Arioso“ – eigentlich für Gesang komponiert – wurde von Jacob de Haan für Blasorchester arrangiert, ohne den Charakter des Originals zu verfälschen und „Thrift Shop“ zeigte, dass die Musiker auch solistisch (E-Bass, Trompete, Tenorsaxofon) improvisieren können. Die größten Hits und schönsten Melodien aus den späten 1970ern und frühen 1980ern erinnerten bei „Earth, Wind & Fire“ an die 1969 gegründete, heute noch aktive amerikanische Band mit ihrem unverwechselbaren Sound. Bereits im ersten Teil wurde mit dem „Davy Jones’ Thema“ Musik aus der Filmreihe „Fluch der Karibik“ zu Gehör gebracht, von dem jungen KJO-Musiker Benedikt Skorka arrangiert und dirigiert; beendet wurde das Konzert der Jugend mit dem eigentlichen Musikthema dieses 3. Films der Reihe. Zum Schluss dankte Dortmund den rund 20 Mitgliedsvereinen des Musikverbandes dafür, „dass sie dem KJO regelmäßig einmal monatlich ihre Jugendlichen ausleihen“ und fügte augenzwinkernd einen Vergleich mit den Berliner Philharmonikern hinzu: „Die sind zwar viel professioneller, aber dafür haben wir im KJO mehr Spaß!“. Den hatte auch das Publikum, und nach der Zugabe „Fantasy on an Irish Air“ freuten sich die jungen Musiker angesichts des großen Beifalls, dass „unsere Musik offensichtlich auch Euch gefallen hat.“ Fazit: Konzertmotto erfüllt, Fortsetzung unbedingt erwünscht. tj

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