Jahresbilanz der Agenut für Arbeit Hildesheim / Arbeitslosenquote bei 7,1 Prozent

„Vorsichtiger Optimismus“

Horst Karrasch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, zeigt die deutliche Tendenz der vergangenen Jahre: Die Arbeitslosenquote sinkt. Foto: Mosig

HILDESHEIM „Ein erfolgriches Jahr“, bilanzierte Horst Karrasch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, bei der gestrigen Vorstellung der Jahresbilanz seiner Institution. Die Arbeitslosenzahl sei rückläufig, und gerade ganz junge, ältere Menschen und Behinderte seien integriert worden.

Allerdings sei die Entwicklung im zweiten Halbjahr nachlassend, und auch aufs nächste Jahr blickt Karrasch aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen mit „vorsichtigem Optimismus“: „Ich rechne für Ende 2013 mit einer konstanten Quote.“ 14 880 Menschen waren im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet, das sind 1 000 weniger als im Vorjahr, so dass die Quote bei 7,1 Prozent (2011: 7,5 Prozent) liegt. Karrasch freute sich, dass besonders die Maßnahmen für Langzeitarbeitslose langsam „Früchte tragen“. Durch einen strategisch gut aufgestellten Konzern wie VW sei die Region Hildesheim kaum durch die Wirtschaftskrise betroffen, der Geschäftsführer machte aber deutlich, dass die Zahlen von Unternehmen wie Meteor abhängig sein: „Wir werden sehen, wie es dort weitergeht.“ Für 2013 hat er sich drei Ziele auf die Fahnen geschrieben. Erstens: Junge Erwachsene zwischen 25 und 35 Jahren, die keine abgschlossene Ausbildung besitzen, sollen stärker gefördert werden. Hier geht es um etwa 500 Personen. Zweitens: Mit den Bildungsträgern sollen Maßnahmen für ältere Menschen angeschoben werden. Drittens: Menschen mit „hochkomplexen Profilen“, sprich mit Vermittlungshemmnissen (Sucht, Schulden, Migrationshintergrund) sollen durch Maßarbeit und Ursachenforschung stärker vermittelt werden. Hier geht es um 700 Personen. Die Zeit sei in Zeiten etwas niedriger Arbeitslosigkeit dafür reif, so Karrasch, der erklärte, dass sich die Agentur auch für neue Aufgaben bereithält, wie etwa die Zuwanderung. In Deutschland hätte sich ein Trend etabliert, junge Spanier in deutsche Betriebe zu locken. Hier müsse man sich um ganzheitliche Integration bemühen. Akut sei diese Thematik noch nicht, da Wirtschaftsvertreter der Region noch keine Interesse bekundet hätten, „wir stehen aber in den Startlöchern“. Ebenso wurde der Bericht für Januar vorgestellt. 15 804 Menschen waren arbeitslos, im Vormonat waren es 1 390 weniger. Karrasch führt das auf den „konjunkturschwachen Januar“ zurück und auf die Tatsache, dass viele Zeitverträge endeten.

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