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Arbeiten, um den Weg zur Firma bezahlen zu können

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Transportdienstleister Stephan Bornemann musste bis jetzt seine Preise noch nicht erhöhen, wird jedoch möglicherweise bald dazu gezwungen sein.
Transportdienstleister Stephan Bornemann musste bis jetzt seine Preise noch nicht erhöhen, wird jedoch möglicherweise bald dazu gezwungen sein. © Lea Beutnagel

Von Lea Beutnagel

Kreis – Kein anderes Konsumgut ist so sehr im Fokus der Verbraucher wie das Benzin. Nicht einmal die kleinsten preislichen Änderungen bleiben unbemerkt und werden viel diskutiert. Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Jahresdurchschnittspreise von Benzin in den Jahren 1972 bis 2021 tendenziell gestiegen. Der durchschnittliche Preis von einem Liter Super beträgt im Oktober dieses Jahres 1,53 Euro. Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland unter den Ländern mit den höchsten Benzinpreisen. Zwei Drittel des Preises entfallen dabei auf Abgaben wie die Mehrwertsteuer, Ökosteuer und Erdölbevorratungssteuer. Seit 1972 hat sich der Preis für Benzin etwa vervierfacht.

Stephan Bornemann kümmert sich bereits seit mehr als zehn Jahren um die Abholung der Zeitungen der Druckhäuser Uelzen und Walsrode, darunter auch die LDZ, und um die Belieferung der Zusteller, die die Zeitungen dann an die Abonnenten verteilen. „Ich habe insgesamt 14 Transporter, von denen jedes Fahrzeug im Jahr durchschnittlich 100 000 Kilometer zurücklegt. Dieses Jahr ist für mich durch die steigenden Benzinpreise schwieriger geworden. Ich hatte um die 50 Prozent mehr Spritkosten“, berichtet der Transportdienstleister aus Nordstemmen. Das vergangene Jahr sei dahingehend leichter gewesen. Dadurch, dass auch der Mindestlohn stetig steigt, werden zudem die Reperaturen der Autos teurer, da die Stundensätze in den Werkstätten steigen. „Wenn es so weiter geht, muss ich wohl die Preise erhöhen“, vermutet Bornemann. Bis jetzt blieb ihm eine Erhöhung der Preise erspart.

„Man arbeitet nur noch, um sich die Wohnung und den Sprit leisten zu können, den man dann wieder braucht, um zur Arbeit zu kommen. Es ist irgendwo ein Teufelskreis“, beschwert sich auch Daniel Krause, Mitarbeiter der Firma Freytag aus Elze. Da Krause in Woltershausen bei Lamspringe wohnt, hat er einen Arbeitsweg von insgesamt 60 Kilometern pro Tag. Im Monat sind es dann bereits 1 200 gefahrene Kilometer, die auch bezahlt werden müssen. „Dazu kommt noch, dass ich ein 16 Jahre altes Auto fahre, das um einiges mehr Benzin verbraucht als neuere Modelle“, erklärt Krause. Ein neues Auto sei hingegen auch nicht mal eben so gekauft.

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