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Achtjährige Freiheitsstrafe

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Von: Larissa Zimmer

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Die erste Strafkammer des Landgerichts Hildesheim hat heute das Urteil gegen den 33-jährigen Hildesheimer, der seinen zwölf Wochen alten Sohn derart geschüttelt haben soll, dass dieser an den Folgen verstarb, gefällt.
Die erste Strafkammer des Landgerichts Hildesheim hat heute das Urteil gegen den 33-jährigen Hildesheimer, der seinen zwölf Wochen alten Sohn derart geschüttelt haben soll, dass dieser an den Folgen verstarb, gefällt. © Larissa Zimmer

Hildesheim – Die erste Strafkammer des Landgerichts Hildesheim hat heute, 14. Januar, am neunten Verhandlungstag im Prozess gegen den 33 Jahre alten Hildesheimer, der im März vergangenen Jahres seinen zwölf Wochen alten Sohn so stark geschüttelt haben soll, dass dieser an den Folgen verstarb, das Urteil gesprochen. Das Gericht hält den Angeklagten demnach für schuldig.

„Wir haben ganz, ganz viele Umstände, die in diese Richtung weisen“, erklärte Staatsanwalt Stefan Gabor, warum er davon überzeugt ist, dass ein Schütteltrauma die Ursache des Todes ist. „Der Angeklagte wollte den Tod des Kindes sicher nicht, davon bin ich überzeugt“, hielt er dem Vater des toten Säuglings in seinem Plädoyer zugute, doch ohne Hinweise auf eine Störung des psychiatrischen Bewusstseins oder fehlende Affektkontrolle gehe er von Totschlag mit billigender Inkaufnahme des Todes aus und beantragte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren.

Dem folgte die Kammer nach einstündiger Beratung: Der vorsitzende Richter, Rainer de Lippe, sprach den 33-Jährigen des Totschlags schuldig und verurteilte ihn zu achtjähriger Freiheitsstrafe. „Wir haben hier in diesem Strafverfahren die Wahrheit herausgefunden“, so de Lippe, der zugab, sich mit dieser Aussage weit aus dem Fenster zu lehnen, damit aber die Eindeutigkeit dieses Ergebnisses unterstrich. Gleichwohl beteuerte er: „Wir gehen davon aus, der Angeklagte ist kein hartherziger Täter, sondern ein aus Überforderung schüttelnder Täter.“ Zugunsten des Verurteilten spreche, dass er „ernsthafte Rettungsversuche“ unternommen hätte – „wenn auch sehr spät.“ De Lippe fasste zusammen: „Er hat acht Stunden alles richtig gemacht, aber fünf Sekunden nicht. Und diese fünf Sekunden haben ausgereicht, dass das Kind stirbt.“ Der 33-Jährige hat nun eine Woche Zeit, um gegen das Urteil Revision einzulegen.

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