„Daheim statt Heim“: Bernd Westphal begleitet die Frühschicht

Auf Tour mit dem ambulanten Pflegedienst

Bernd Westphal schaut der examinierten Pflegefachkraft Dagmar Nowitzki über die Schulter.

HILDESHEIM Morgens, 5.30 Uhr, Schichtbeginn: Gemeinsam mit der examinierten Pflegefachkraft Dagmar Nowitzki absolvierte der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal eine Frühschicht beim ambulanten Pflegedienst „Daheim statt Heim“. Patienten im gesamten Hildesheimer Stadtgebiet warteten in ihrem Zuhause auf die Unterstützung des Pflegedienstes.

Von der Hilfe beim Waschen und Anziehen über die Medikamenteneinnahme bis hin zur Zubereitung des Frühstücks war alles dabei. „Es war eine sehr intensive Erfahrung für mich. Trotz des knappen Zeitbudgets und des sehr straffen Zeitplans auf der morgendlichen Tour arbeitete Dagmar Nowitzki sehr professionell, sozial kompetent und den alten Menschen stets offen zugewandt“, resümiert der Abgeordnete: zugefrorene Autofenster, schlechte Parkmöglichkeiten, verschneite und vereiste Zuwege, immer den passenden Haustürschlüssel parat, hohe Verkehrsdichte auf glatten Straßen, Zeitdruck, individuelle, persönliche Ansprache und Zuwendung, so muss man sich die Situation vorstellen. Der Bundestagsabgeordnete war begeistert von der hohen Kompetenz und Konzentration, mit der die Pflegefachkraft Nowitzki ihre Arbeit erledigt. „Der hohe Stressfaktor und körperlich sehr anstrengende Job wird auf jeden Fall zu schlecht vergütet“, stellt Bernd Westphal fest: „Eine der wichtigsten Tätigkeiten in unserer Gesellschaft, bezüglich Pflege und Betreuung von kranken und hilfsbedürftigen Menschen, wird bei der Vergütung bisher vernachlässigt. Dies muss sich dringend ändern. Die Lösung könnte ein flächendeckender Tarifvertrag sein, an dem sich die Anbieter der ambulanten und stationären Pflege orientieren müssten.“ Bernd Westphal war es wichtig, nicht nur aus schriftlichen Berichten oder Gesprächen Erkenntnisse über den gesellschaftlich wichtigen Bereich zu erhalten, sondern durch eigenes Erleben. Die Einblicke auf der Tour waren sehr zahlreich, von Demenz über das Messen von Blutzucker und Spritzen von Insulin sowie dem Anziehen von Stützstrümpfen bis zu einem offenen Ohr für psychisch kranke und depressive Personen. Oft ist die Pflegekraft die einzige Bezugsperson der Alleinlebenden. Es sei öffentlich kaum sichtbar und oft nicht bekannt, dass es, wie bei einer Seniorin, auch noch Ofenheizungen gibt. Die Frau war in ihrer Situation nicht mehr in der Lage ist, dafür zu sorgen, mitten im Winter in beheizten Räumen zu wohnen, bilanzierte der Sozialdemokrat: „Der demografische Wandel und die zunehmende Zahl der Pflegebedürftigen erfordert auch von Seiten der Politik innovative Lösungen. Dabei gilt es die Pflegeversicherung, wie teilweise geschehen, weiterzuentwickeln sowie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Vergütung für die in diesem Bereich Beschäftigten herbeizuführen.“ Diese Tour ist entstanden aus einem Gespräch mit dem Geschäftsführer Sebastian Adamski.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare