HAWK befragt 78 Bildungseinrichtungen

Studie aus Hildesheim: Kita-Schließungen wirken sich dramatisch auf die Sprachbildung aus

Dieses Bild, das der HAWK-Studie beigefügt ist, stammt von einem Fünfjährigen, der seine Erzieherin gemalt hat.
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Dieses Bild, das der HAWK-Studie beigefügt ist, stammt von einem Fünfjährigen, der seine Erzieherin gemalt hat.

Hildesheim – Bei den Kleinsten in den Krippen und Kindertagesstätten ist der Einfluss von Schließungen, Quarantäne und Notbetreuung teils dramatisch. Besonders im Bereich der Sprachbildung werden in diesen frühen Jahren die Grundsteine für eine erfolgreiche Schulkarriere gelegt. Eine HAWK-Studie beleuchtet nun, wie Erzieher die Auswirkungen der Pandemie auf die Sprachbildung erleben. Die Ergebnisse zeigen, dass gerade benachteiligte und mehrsprachige Kinder durch Kitaschließungen Rückschritte in ihrer Entwicklung machen. Karin Schäfer studiert an der HAWK im Studiengang Kindheitspädagogik. Für eine Projektarbeit hat sie 78 Betreuungseinrichtungen befragt. In den Ergebnissen wird deutlich, dass besonders mehrsprachige Kinder unter den Bedingungen leiden. Die Fachkräfte berichteten, dass viele der Kinder nicht in der Lage seien, ihre Deutschkenntnisse nach einer Schließungszeit wieder abzurufen. Sie könnten beispielsweise keine vollständigen Sätze mehr bilden oder verständigten sich sogar nur noch mit Einwortsätzen. Besonders auffällig sei in diesem Zusammenhang, dass viele Fachkräfte für die Förderung mehrsprachiger Kinder nicht ausreichend vorbereitet seien. Nur ein Drittel der Befragten fühlt sich für diese Herausforderungen angemessen qualifiziert. Das sei vor allem deshalb bemerkenswert, so Schäfer, da sich besonders Einrichtungen an der Befragung beteiligt hätten, die sich im Bereich der Sprachförderung ohnehin schon sehr engagierten.

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