Fachbereichsleiter Jürgen Blume gibt bei der Südstadt-SPD Erläuterungen zur Flüchtlingspolitik

Stadtverwaltung sucht Wohnraum

Fachbereichsleiter Jürgen Blume (rechts): „Das Ziel der Stadt, die Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen, ist aufgrund beträchtlicher Leerstände bisher erreicht worden.“

HILDESHEIM J „Premiere“ bei der Südstadt-SPD: Sie hatte zum ersten Mal zur Stadtteilversammlung zum Thema Inklusion in die Tagesförderstätte der Diakonie Himmelsthür eingeladen, und die heißt „Premiere“.

Über einen neuen Aspekt des Themas „Inklusion“ berichtete Jürgen Blume, Fachbereichsleiter Soziales und Senioren der Stadt Hildesheim. Er koordiniert die Unterbringung der in Hildesheim ankommenden Flüchtlinge, wobei er eigentlich nur für diejenigen zuständig ist, die das Land der Stadt zuweist. Aber das Land betreibt in Hildesheim auch eine Notunterkunft, in der die Flüchtlinge aufgenommen werden, die Niedersachsen nach dem „Königsberger Schlüssel“ zugegeteilt werden: etwa zehn Prozent von denen, die Deutschland erreichen.

Das Ziel der Stadt, die Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen, sei aufgrund beträchtlicher Leerstände bisher erreicht worden, meinte Blume. Allerdings würde die Stadt keine zu teuren oder zu großzügigen Wohnungen anmieten. Blume zeigte sich dankbar für das große ehrenamtliche Engagement bei der Flüchtlingshilfe. Einige der Ehrenamtlichen beklagten sich während der Versammlung aber über bürokratische Hemmnisse, die ihnen die Hilfe erschwerten. So hätte ein von ihnen vermitteltes Praktikum nicht begonnen werden können, weil die dafür erforderliche Genehmigung nicht erteilt wurde. Schüler hätten keine Schülerausweise bekommen, weil ihr ausländerrechtlicher Status eine förmliche Aufnahme in der Schule nicht zugelassen habe. Deshalb hätten sie auch keine Schülerfahrkarte erhalten. Auch hinsichtlich der Aufnahme einer Berufsausbildung gab es mehr Fragen als Antworten.

Klagen dieser Art zeigten, dass viele verschiedene Stellen mit dem Schicksal Einzelner befasst sind, dass die Vorschriften noch sehr komplex und unterschiedlich auszulegen sind und dass Ehrenamtliche und Hauptamtliche noch besser zusammenarbeiten müssen.

Blume erneuerte seinen Appell, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Er suche Objekte für 40 bis 100 Personen, in denen allerdings auch Einheimische wohnen sollten. Er geht davon aus, dass die meisten Flüchtlinge einen dauerhaften Aufenthaltsstatus erhalten werden. Nur 30 Prozent kämen aus Ländern, die in der aktuellen Diskussion als sicher gelten.

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