Neuer „Nordstadtstrand“ lockt mit Musik, Sand und viel Raum für Begegnungen / „Vorurteile abbauen“

Sonnenschirm + Planschbecken = Poolbar

Sabine Howind, Frank Auracher und Katrin Bode testen einen der 50 Liegestühle. Die beiden Diakoninnen und der Mann von der Lebenshilfe haben den Nordstadtstrand initiiert, bei der Umsetzung hilft ein großes Ehrenamtlichen-Team.

HILDESHEIM In die „neue Mitte der Nordstadt“ hält Urlaubsfeeling Einzug. Vom 18. bis 22. August verwandelt sich Wiese vor der Martin-Luther-Kirche erstmalig in den „Nordstadtstrand“. Ins Leben gerufen von Diakonin Katrin Bode aus der Martin-Luther-Gemeinde, Sabine Howind von der Diakonie Himmelsthür und Frank Auracher von der Initiative „Nordstadt.Mehr.Wert“ der Lebenshilfe mit einem großen Team ehrenamtlicher HelferInnen, wird es hier eine Woche lang Begegnungen unterm Sonnenschirm geben. Es locken Drinks zum Selbstkostenpreis, Live-Musik und jede Menge Kreativangebote.

„Wir sehen uns ja dann am Strand!“ Dieser Gruß wandert gerade von Straße zu Straße in der Nordstadt. Der „Strand“ ist etabliert, noch bevor das ersten Sandkorn liegt. Manch einer verschiebt sogar seinen Urlaub, um sich einen Platz in einem der 50 Liegestühle zu erobern, die mit dem Glockenläuten um 18 Uhr am Montag, 18. August, freigegeben werden. Doch handelt es sich hier nicht um einen kommerziellen Gastronomie-Strand. Es soll Raum für Begegnungen zwischen den Kulturen und Generationen geschaffen werden. Es gibt neben zahlreichen Musikauftritten auch eine Feuer-Jonglage, ein Strandpostamt, eine türkische Tanzgruppe, Märchenerzählzelt, Minigolfanlage, Wikingerschach, Bücherkiste und und und. „Es ist faszinierend, wenn man eine Idee hat und plötzlich so viele Verrückte findet, die helfen, sie umzusetzen“, schwärmt Katrin Bode von ihrem Helfer-Team. Nach dem ersten Organisationstreffen im Frühjahr hatte sich das Gerücht vom „Nordstadtstrand“ und den Möglichkeiten mitzuhelfen von selbst herumgesprochen. Plötzlich tauchten massenweise gestrickte und gehäkelte Sitzkissen in Fischform auf, der geplante Strand wurde überflutet mit Ideen und Anregungen.

Jetzt ist beispielsweise der Wagen vom Mobilen Stadtgarten von der Kulturfabrik Löseke als Strandbar dabei, das Essen wird ehrenamtlich gekocht („Solange der Vorrat reicht!“), der Kirchturm wird durch eine Lichtinstallation zum Leuchtturm. Es gibt einen Metallkünstler, und sogar das exotische Frisbee-Golf-Spiel hat seinen Weg ins Programm gefunden. Der Nordstadtstrand ist Teil des Versuchs, die „neue Mitte der Nordstadt“ zu beleben. Nach dem inklusiven Projekt in Zusammenarbeit mit dem „Zirkus Mima“ im Frühjahr folgt der Strand; auch ein neuer Wochenmarkt soll in der Nähe der Martin-Luther-Kirche eingerichtet werden. Doch daran wird erst wieder in drei Wochen gedacht. „Jetzt brauchen wir nur noch Besucher, aber nicht nur aus der Nordstadt, sondern auch aus dem Rest von Hildesheim“, wünscht sich Sabine Howind.

Vorurteile abzubauen und das Image des Stadtteils zu verbessern ist dem Team ein primäres Anliegen, „es geht uns darum, alle möglichen Leute zusammenzubringen“. Und das ist ihnen auch schon gelungen. Selbst im coolen Tattoo-Laden, in den sich sonst niemand traut, hängt eines ihrer Plakate. Jetzt warten alle gespannt darauf, dass die 33 Tonnen Sand geliefert werden und das Strandvergnügen der Kreisstadt endlich beginnen kann.

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