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Sichtbares Zeichen gegen Gewalt

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Weitblick im Hildesheimer Rathaus: Banderolen mit Gesichtern und Statements gegen Gewalt an Frauen zieren die Rathaushalle. Foto: Kolbe-Bode
Weitblick im Hildesheimer Rathaus: Banderolen mit Gesichtern und Statements gegen Gewalt an Frauen zieren die Rathaushalle. Foto: Kolbe-Bode

HILDESHEIM Durch den ganzen Sommer zog sich das Projekt „Mit Weitblick“. An vielen Orten fanden Fotoshootings statt, an denen Bürger sich ablichten ließen und ihre Statements zum Thema „Gegen Gewalt an Frauen“ abgegeben haben.

Mehr als 150 Teilnehmer zählte das Hildesheimer „Aktionsbündnis 25.11.“, das die Aktion in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle der Stadt initiiert hat. Jetzt ziert ein großes Transparent die Rathausfassade, und Banderolen mit Gesichtern und Sprüchen sind kunstvoll in der Rathaushalle drapiert. So ist der Popkünstler Can Güler mit seinem Statement „Hilfe statt Haue“ zu sehen, ein anderer Mann sagt: „Liebe statt Hiebe.“ Die Tonkuhle-Männer Andreas Kreichelt und Henner Molthan meinen: „Männer, die Frauen schlagen, haben einfach nix zu sagen.“ Serda Evcil, Gleichstellungsbeauftragte in Nordstemmen, rät: „Räume dir deinen Weg zum Glück frei“, und die Sozialwissenschaftlerin Martina Roß mahnt: „Sexualisierte Gewalt an Mädchen ist Seelenmord – lebenslang.“

Bürgermeisterin Ruth Seefels eröffnete die Ausstellung in der Rahaushalle. Sie betonte in ihrem Grußwort, dass Gewalt an Frauen Kreise ziehe und letztlich das Wohl aller Menschen bedrohe. Die stellvertretende Landrätin Waltraud Friedemann ging in ihrer Ansprache auf die Würde des Menschen ein, welche bewahrt werden müsse und in der eine gemeinsame Verantwortung läge: „Ich freue mich sehr, dass alle wichtigen Stellen, die in der Stadt und im Landkreis Hildesheim rund um das Thema Gewalt an Frauen arbeiten, gemeinsam dieses Projekt verwirklicht haben.“ Auch die Schirmherrin des Projekts, Brigitte Pothmer (Grüne) zeigte „null Toleranz bei Gewalt an Frauen“. „Toll“, so Pothmer, „dass sich so viele Menschen, Frauen und Männer jeden Alters, unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauung positioniert und fotografieren lassen haben.“

„Stadt und Landkreis Hildesheim setzen mit Weitblick ein sichtbares Zeichen gegen jede Form von Gewalt“, erläutert Karin Jahns, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hildesheim, die einige Hintergründe der Fotoaktion erklärte: „Es gilt, das Thema Gewalt an Frauen aus der Sprachlosigkeit zu holen und Betroffenen Hilfestellung zu geben und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.“ Die Banderolen mit den Fotos und persönlichen Statements sind bis 8. Dezember zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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