125 Jahre Klinikum in Hildesheim

Seit 1895 im Dienst der Gesundheit

In einer Chronik zum Jubiläum ist die bewegende Geschichte des Krankenhauses festgehalten.
+
In einer Chronik zum Jubiläum ist die bewegende Geschichte des Krankenhauses festgehalten.

Hildesheim – Für September war eine 24-stündige Feier mit abwechslungsreichem Rahmenprogramm für Patienten, Besucher und Mitarbeiter geplant. 24 Stunden deshalb, weil das Helios-Klinikum rund um die Uhr für stationäre Patienten und Notfälle da ist. Grund der geplanten Feier ist das 125-jährige Bestehen des Klinikums – beziehungsweise der Werdegang vom städtischen Krankenhaus zum Helios-Klinikum. Aufgrund der Pandemie ist die Feier nicht möglich. Die Geschäftsleitung hofft darauf, sie im nächsten Jahr nachholen zu können. 

Der Ursprung des heutigen Klinikums, mit rund 1 500 Mitarbeitern, jährlich etwa 1 700 Geburten und einer ersten Anlaufstelle für über 100 000 ambulanten und stationären Patienten, liegt im Jahr 1895 – am Weinberg in Hildesheim. Am 21. November wurde der erste Patient dort aufgenommen, wobei der volle Betrieb mit 141 Betten für Erwachsene und 22 Kinderbetten am 2. Januar 1896 begann. Die Inflation in den 1920er Jahren machte auch dem Krankenhaus zu schaffen. Investitionen waren nicht möglich, und einige Gebäudeteile wurden zur Unterkunft für Familien von Ausgewiesenen aus dem Ruhrgebiet verwendet. Ab 1924 entspannte sich die Lage: es wurde ins Labor investiert, und eine moderne Haustelefonanlage wurde eingerichtet. 1928 wurde die Versorgung um eine Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde erweitert und später eine Belegabteilung für Menschen mit Hautkrankheiten gebaut.  Ab 1938 gab es die Krankenpflegeschule im Haus und ein viergeschossiger Anbau im gleichen Jahr ermöglichte die Aufstockung von 350 auf 560 Betten. Der zweite Weltkrieg zeigte seine Spuren im Krankenhaus mit der Einrichtung eines Militärlazaretts, Kellern, die zu Luftschutzräumen umgebaut wurden und dem Bau einer fünften Baracke, in der Zwangsarbeiter aus dem Osten untergebracht wurden. Erst 1946 setzte der Normalbetrieb wieder ein. 1954 wurde die neue Kinderklinik eingerichtet und ab den 1960ern entstand ein neues siebenstöckiges Bettenhaus, die Klink für Anästhesie, ein neues Schwesternwohnheim, sowie die Frauenklinik, ein Funktionstrakt mit OP-Bereich und eine eigenständige Röntgenabteilung. Der stetige Fortschritt am Weinberg erfolgte bis in die 1990er Jahre und machte das Krankenhaus mit 700 Betten und 1 200 Mitarbeitern zum größten Arbeitgeber der Stadt Hildesheim. Das kommunale Krankenhaus arbeitete allerdings, wie vergleichbare andere Häuser auch, mit einem Verlust von 1,5 Millionen D-Mark, nicht wirtschaftlich. Daher wurde das Krankenhaus ab Januar 1986 zur GmbH. Das Herauslösen aus der Ämterstruktur der Stadtverwaltung sollte die wirtschaftliche Lage verbessern. Das Krankenhaus häufte dennoch bis 2005 einen Schuldenberg von 30 Millionen Euro an und blieb weiter in finanziellen Schwierigkeiten. Daraus erfolgte der Wechsel von der städtischen zur privaten Trägerschaft durch die Rhön Klinikum AG. Diese brachte auch den Neubau des Klinikums und des Ärztezentrums „medicinum“ auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände und heutigem Standort, mit einem Investitionsumfang von 120 Millionen Euro, auf den Weg. 2008 erfolgte die Grundsteinlegung, 2010 das Richtfest und der Einzug im September 2011.  Im März 2014 erwarb die Helios-Gruppe 39 Klinken und elf medizinische Versorgungszentren der Rhön-Klinikum AG, darunter auch den Standort Hildesheim. Im Folgejahr erwarb Helios die Lungenklinik in Diekholzen, die sich seit 2018 in einem neuen Anbau des Klinikums in Hildesheim befindet. In diesem Jahr wurde die Patientennachsorge auf dem Gelände des Ostend in einem ehemaligen Kasernengebäude errichtet. Dort können Patienten mit langer Anreise sowie Angehörige in direkter Nähe untergebracht werden. Zudem zieht das Bildungszentrum und die Elternschule des Helios-Klinikums dort ein.  In einer Chronik zum Jubiläum ist die bewegende Geschichte des Krankenhauses festgehalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare