Jahresempfang des Flecken Duingen: „Wer sind wir?“ / Verwaltungschef Schulz informiert über Fusionsverhandlungen

Den Schritt aus dem Hamsterrad wagen

Werden für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet (von links): Bürgermeister Klaus Krumfuß ehrt Susanne Gietz vom Fanfarenzug und Anke Nitz vom Duinger Sportclub, auch Verwaltungschef Wolfgang Schulz lobt die aktiven Frauen. Foto: Vogelbein

DUINGEN Geradezu andächtig lässt Klaus Krumfuß seinen Blick durch den Saal im Hotel Pöttjerkrug schweifen. Der Bürgermeister des Flecken Duingen wirkt konzentriert, die Rede zum Jahresempfang hat er nach eigenen Angaben am Vorabend fertig gestellt. „Auch im März darf Ihnen der Bürgermeister noch ein frohes neues Jahr wünschen“, leitet er ein. Der Rückblick auf 2013 sei ein positiver, doch stellt der Landtagsabgeordnete auch fest: „Den Rest unseres Lebens verbringen wir in der Zukunft.“

Der Jahresempfang in Duingen hat bereits Tradition, Bürger und in Vereinen Aktive suchen dabei seit vielen Jahren den direkten Austausch mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. In diesem Zusammenhang stellte Bürgermeister Klaus Krumfuß schon zu Beginn die Sinnesfrage: „Wer sind wir?“ Denn wer wissen möchte, wohin es mit einem selbst gehe und was verbessert werden könnte, müsste eben diese grundsätzliche Frage zunächst klar beantworten. „Sie sollen wissen, wie Ihr Bürgermeister denkt“, schloss er seine Zusammenfassung für das abgelaufene Jahr. Denn über allem stehen im vergangenen und auch in diesem Jahr die Entwicklungen zur Einheitsgemeinde und langfristig die „Geburt“ der Samtgemeinde Leinebergland: „Wir wollen unsere Tradition wahren, neue Wege gehen und uns selbst treu bleiben“, versprach Krumfuß. Konkret auf das Thema Fusion ging indes Verwaltungschef Wolfgang Schulz ein.

So seien die Arbeitsgruppen mit Vertretern aus Gronau und Duingen sehr aktiv und produktiv, auch die Gespräche mit den Bürgern überraschen alle Beteiligten positiv. „Wir müssen 2014 fertig werden“, legte Schulz gleichzeitig einen engen Zeitplan fest. Bis dahin müssen alle 14 Gremien zustimmen. Kein künstlicher Druck, sondern Planungssicherheit soll damit geschaffen werden. „Wir müssen uns verändern, müssen handeln und wollen diesen Weg gehen. Daran zweifelt niemand mehr“, betonte Schulz. Auch mit Blick auf Sibbesse seien „alle Türe offen“. Der „Schalter“ soll dann 2016 umgelegt werden.

Bis dahin soll erstmal das Jahr 2014 begonnen werden. Krumfuß warb dabei für seinen persönlichen Vorsatz: „Wir sollten einmal einen Schritt nach rechts tun und aus dem Hamsterrad treten. Schauen, was wir geschafft haben, woher wir kommen und wohin es gehen wird. Wer sind wir eigentlich?“ Die Frage, mit der Klaus Krumfuß die Veranstaltung begann, spiele auch im Falle der Fusion eine Rolle. Identität, das sei zum Beispiel ein starkes Ehrenamt in Duingen. Für ihr Engagement wurden dazu Susanne Gietz vom Duinger Fanfarenzug und Anke Nitz vom Sportclub ausgezeichnet. Beide seien in Vereinen aktiv, die als Aushängeschilder des Fleckens Gutes für die Allgemeinheit tun, lobten Krumfuß und Schulz. Gleiches gelte für die Schulen, die, nun unter neuer Leitung, in Richtung Zukunft ausgerichtet sind. „Auch nach der Fusion ändert sich in diesen Bereichen für die Bürger nichts“, versprach Schulz, der sich neben deutlichen Einsparungen auch Synergieeffekte erhofft. „Wir müssen verändern, um zu erhalten“, so das Plädoyer des Verwaltungschefs. Damit beantwortete er auch indirekt die Sinnesfrage, die Klaus Krumfuß zu Anfang gestellt hatte: „Wir sind Duingen“, so die einfachen Auflösung. Und das, so der „Kümmerer“, werde auch so bleiben.

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