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Schlechte Erfahrungen bei Testkäufen

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Alkopops, Mischgetränke, Pralinen: Die „HaLT“-Schulungen informieren darüber, welche Produkte auch Minderjährige schon kaufen dürfen.
Alkopops, Mischgetränke, Pralinen: Die „HaLT“-Schulungen informieren darüber, welche Produkte auch Minderjährige schon kaufen dürfen.

HILDESHEIM  „Darf ich bitte mal Ihren Ausweis sehen?“ Diesen Satz haben (hoffentlich) schon viele junge Menschen an der Kasse gehört, als sie Alkohol kaufen wollten. Die Abgabe und der Verzehr von Alkohol an Jugendliche sind geregelt.

Der Gesetzestext hängt an der Kasse aus. Unter 16 Jahren darf gar kein Alkohol gekauft oder getrunken werden, Bier und Wein ab 16 Jahren, Branntwein oder branntweinhaltige Getränke ab 18 Jahren. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht anders aus: In Hildesheim wurden im vergangenen Jahr 81 Jugendliche in Stadt und Landkreis wegen einer akuten Alkoholintoxikation stationär in einem Krankenhaus aufgenommen. Hauptsächlich wurde Alkohol getrunken, der erst ab 18 Jahren erworben werden darf. Testkäufe belegen, dass es nicht schwierig ist, als Jugendlicher Alkohol zu kaufen. Im Landkreis Hildesheim wurden im Oktober in vier Ortschaften Alkoholtestkäufe vorgenommen. Von 19 Testkäufen in Supermärkten und Tankstellen konnten die Testkäufer im Alter von 15 Jahren sechsmal Alkohol erwerben, der erst ab 18 Jahren freigegeben war. In diesen Fällen wurde von Seiten des Landkreises ein Bußgeldverfahren gegen die Verkäufer eingeleitet. In der Stadt Hildesheim gab es 16 Testkäufe in Supermärkten, Kiosken und Tankstellen: Neunmal haben die jugendlichen Testkäufer Alkohol bekommen, den sie nicht hätten kaufen dürfen, und das zum Teil trotz Vorlage des Ausweises! „Es ist nicht zu akzeptieren, dass Alkoholverkäufe an Jugendliche liberal betrachtet werden“, sagt Stadtjugendpfleger Jörg Aschemann, der die Testkäufe begleitet hat. In den Geschäften wurde zunächst eine Verwarnung ausgesprochen, im Wiederholungsfall ist dann ein Bußgeld möglich. Die Erfahrungen aus den Testkäufen, an denen auch die Polizeiinspektion beteiligt war, konnten kurz darauf an Berufsschüler der Friedrich-List-Schule weitergegeben werden. Dies geschah im Rahmen von „HaLT“-Schulungen (Hart am Limit), einem Alkoholpräventionsprojekt der Kreis- und Stadtjugendpflege. Friederike Eike, Sozialpädagogin der Region Hannover, schulte Auszubildende aus neun Klassen.

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