1. leinetal24
  2. Lokales
  3. Hildesheim

Dem Rückgang der Bevölkerung entgegenwirken

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gesundes Landleben pur, das begeistert die Jury: Blühende Rosenpracht auf einem Bauernhof in Klein Escherde.
Gesundes Landleben pur, das begeistert die Jury: Blühende Rosenpracht auf einem Bauernhof in Klein Escherde.

KREIS  In der nächsten Woche startet im Landkreis ein Wettbewerb, bei dem alle Teilnehmer von vornherein als Gewinner feststehen: Klingt merkwürdig, trifft aber auf „Unser Dorf hat Zukunft“ zu.

Die 15-köpige Jury besucht dann die Orte Wehrstedt, Hönnersum, Heisede, Hotteln, Rössing, Sehlde, Königsdahlum und Asel. „Egal, wer dann am Ende auf dem Podest ganz vorn steht, die Teilnahmedörfer profitieren immer“, sagt der Leiter der Hildesheimer Kommission, Kreisheimatpfleger Gerhard Schütte „Unser Dorf hat Zukunft“ sei längst kein Schönheitswettbewerb mehr, sondern habe sich weiterentwickelt und decke vornehmlich die Zukunftsthemen ab. Die Kriterien verlagerten sich. 1997 folgte die Umfirmierung aus „Unser Dorf soll schöner werden“ in „Unser Dorf hat Zukunft“ in Richtung Dorferneuerung und integrierte Dorfentwicklung mit Punkten der Nachhaltigkeit und der künftigen Zielstellung auf dieser Ebene, die „Dorf-Agenda“. Seitdem sind die Fakten des Rückgangs der Bevölkerung im ländlichen Raum zentraler Bestandteil des Wettbewerbs. Beispielsweise steht die Frage ganz oben an, wie man der demographischen Herausforderung im Dorf begegne oder wie Infrastruktur gesichert werden könne. Es hatte sich bereits bei den letzten Kreiswettbewerben 2008 und 2011 erwiesen, dass eine Teilnahme am Wettbewerb auch die Integration Zugezogener aus Neubaugebieten fördere, wenn man alle Bürger aus dem Dorf mit ins Boot nehme. Die Jury hat in ihren Reihen Fachleute, die sich auskennen und seit Jahren damit beschäftigen. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund ist durch Dieter Helwes vertreten, die Untere Naturschutzbehörde mit Martina Stübe und Untere Denkmalschutzbehörde mit Annegret Klauke, das Niedersächsisches Landvolk durch Thomas Trenckmann, der Landfrauenverband mit Kerstin-Lahl-Schaper und der Kreisjugendring mit Gerda Otto. Die Kreisheimatpfleger Gerhard Schütte und Paloma Klages sowie die Kreistagfraktionen sind dabei. Die Verwaltung wird durch das Kulturbüro mit Han-Jürgen Driemel und Dorothee Lindemann vertreten sein. Die Bewertungskommission vergibt Punkte in den Kategorien Konzeption und Umsetzung, wirtschaftliche Entwicklung und Initiativen, soziales und kulturelles Leben. Die aktiven Dörfer sollen durch eine Prämie belohnt werden. 2011 freuten sich Emmerke und Hotteln über jeweils 1000 Euro für ihre intakte Dorfgemeinschaft, Grasdorf, Sibbesse und Heisede bekamen je 750 Euro, das kleinste aller Teilnehmerdörfer, Hallerburg mit seinen 125 Einwohnern, freute sich über 500 Euro.

Umso mehr ist die Jury über die mäßige Beteiligung und das mangelnde Interesse vieler Dörfer enttäuscht. Eigentlich waren es diesmal neun Orte, eine Steigerung von drei Teilnehmern. Bledeln zog aber seine Bewerbung nach der Bekanntgabe der geplanten Stromtrasse entlang des Neubaugebietes frustiert kurzum zurück.

Im Vergleich zur großflächigen Region Hannover mit zwölf Bewerbungsdörfern zwischen Neustadt am Rübenberge, Wunstorf, Burgdorf, der Wedemark und Ronnenberg liegt Hildesheim dennoch mit acht Dörfern im Trend. Erstmals dabei sind die Orte Asel und Königsdahlum.

Auch interessant

Kommentare