Gemeinschaftsinitiative trifft sich / Zielgruppenorientiert handeln / Region attraktiv machen

Regionale Lösungen finden

Sieht unter anderem Potenziale in der Zuwanderung aus dem In- und Ausland: Marc Dittrich, Geschäftsstellenleiter der IHK. Foto: Kolbe-Bode

Hildesheim Statistiken und Prognosen machen es deutlich: Die Bevölkerungszahl geht in Stadt und Landkreis weiter zurück, der Anteil von älteren Mitbürgern steigt, und die Zahl der Neugeborenen folgt dem weiterhin rückläufigen Trend. Daher müssen sich alle am Arbeitsmarkt beteiligten diesen Tatsachen schon jetzt stellen und Konzepte zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität entwickeln.

Eine Gemeinschaftsinitiative der Bundesagentur für Arbeit, der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim (HI-REG) und der Industrie und Handelskammer (IHK) startet in Kürze eine Bestandsaufnahme und Befragung von Betrieben in der Region. Insgesamt werden 2 239 Arbeitgeber Post bekommen. Abgefragt werden neben der Branche und der Personallage auch der Bedarf in Qualifikationsbereichen und Berufsfeldern. „Wir müssen regionalspezifische Lösungen finden“, erklärte Matthias Ullrich (HI REG). Es geht darum, die Region als Standort attraktiv zu machen. Durch die Ansiedelung neuer Unternehmen entsteht der positive Umkehrschluss, dass die Region auch für auswärtige Mitbürger attraktiv ist. Ein weiterer Aspekt ist die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitnehmern. Jens Koch, Unternehmer und Vizepräsident der IHK erklärte: „Den Arbeitnehmern geht es nicht allein um den Verdienst, sondern auch um das Sozialprestige ihrer Arbeitgeber.“ Doch auch an den Schulen und Hochschulen muss angesetzt werden. Hochschulabsolventen sollen in ihrer Region adäquate Anstellungen finden können, um die Heimat nicht verlassen zu müssen. Horst Karrasch (Agentur für Arbeit) plädierte für eine Verbesserung des Bildungssystems und urteilte: „Abbrecher können wir uns nicht mehr erlauben.“ Weitere Potenziale zur Versorgung der Wirtschaft mit Arbeitskräften sieht die Initiative mit der Beschäftigung von Zuwanderern aus dem In- und Ausland. Beschäftigungsreserven werden bei der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer, bei Frauen und Menschen mit Handicap erwartet. „Diese Zielgruppen müssen wir in den Fokus nehmen“ so Marc Dietrich, Geschäftsstellenleiter der IHK, an. Ziel der Gemeinschaftsinitiative ist, alle Aspekte des demografischen Wandels zu erkennen und Kräfte zu bündeln. Matthias Ullrich mahnte: „Wir müssen besser sein als andere Regionen“, sieht aber gute Voraussetzungen, etwa durch den Hochschulstandort Hildesheim, als vorhanden. ckb

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