Bundeskanzlerin stimmt CDU-Mitglieder in Halle 39 auf die „heiße Phase“ des Wahlkampfs ein

Rauschender Applaus für Merkel

Schon der Einzug in die Halle 39 wurde für Bundekanzlerin Angela Merkel samt ihrem Gefolge von rauschendem Applaus begleitet. Mit von der Partie waren Ministerpräsident David McAllister, Staatsminister Eckart von Klaeden sowie die Direktkandidaten zur Landtagswahl. Ganze 2 100 CDU-Anhänger und interessierte Bürger hatten sich im Vorfeld orangene Einlassbändchen besorgt, um an dieser Wahlkampfveranstaltung in der heißen Phase vor den Landtagswahlen am kommenden Sonntag teilnehmen zu können.

In seiner Wahlkampfrede zeigte sich David McAllister als kämpferischer und stolzer niedersächsischer Landesvater. Angela Merkel überzeugte mit Sensibilität und Sachlichkeit, sodass beide mehrfach rauschenden Beifall ernteten. Mit der Großveranstaltung verfolgt die Partei das Ziel, wie McAllister betonte, „Angehörige punktgenau zu motivieren“ und aus „Stimmungen Stimmen zu machen“. Damit zielte er auf die letzten Umfragewerte, nach denen die CDU jetzt gegenüber Rot/Grün aufgeholt habe und deutlich im Vorsprung sei. Er schilderte die Kontrahenten als müde und sieht seine Partei auf der Überholspur: „Die Genossen sind untergegangen.“ Die CDU drücke nun das Gaspedal und ziehe davon. In der Halle bat er um das Vertrauen der Wähler, in diesem schönen Bundesland weitere fünf Jahre regieren zu dürfen: „Es geht ums Dienen und nicht ums Verdienen, das ist ein großer Unterschied.“ Als Erfolg seiner Arbeit und die seiner Mitstreiter erwähnte er eine geringe Jugendarbeitslosigkeit und wenig Kriminalität im Bundesland. In Sachen Finanzpolitik will er in 2013 einen Haushalt ohne Neuverschuldungen vorlegen. Dabei vergaß er nicht, dies in hohem Maße als Verdienst der Arbeit des Finanzministers Hartmut Möllring zu würdigen. Mit großer Entschlossenheit mahnte er: „Finger weg von der Schulform Gymnasium, sonst gibt es Ärger.“

Dienen, nicht Verdienen

Die Kanzlerin betonte, gern den Wahlkampf in Niedersachsen zu unterstützen und sprach von einer großen Geschlossenheit innerhalb der Partei. Überaus locker und mit einem Schmunzel im Gesicht meinte sie zu Beginn ihrer Rede: „Niedersachsen hat seinen Platz gefunden, aber ich finde es immer gut, wenn Bayern Konkurrenz bekommt.“ In ihrer Rede appellierte sie an die Bürger, Eigenverantwortung zu übernehmen. Auch Unternehmern wolle sie nicht die Hände binden und Hürden und Steuererhöhungen verschaffen, sondern sie in ihrem Tun und ihrem Mut unterstützen, damit Arbeitsplätze und höhere Reallöhne möglich werden. Es sollen vielfältige Produkte im eigenen Land gefertigt werden. Die Steuereinnahmen sollen dazu dienen, die Infrastruktur und die Bildung zu stärken, aber auch um wirtschaftlich schwachen Menschen helfen zu können. Scharf kritisierte sie das gescheiterte Steuerabkommen und machte die SPD dafür verantwortlich.

„So machen wir das“

„Hätten die Sozialdemokraten das Steuerabkommen mit der Schweiz unterstützt, könnte jetzt nicht mehr Tag für Tag weiteres Geld in der Schweiz angelegt werden. Wer sich über das Scheitern freut, sind die Schweizer Banken“, mahnte sie. Merkel ist überzeugt, dass die Banken nur mit einem Steuerabkommen in ihre Schranken verwiesen werden können. Auch sie griff das Thema der Schulformen auf und kündigte an, dass Eltern nicht mehr mit ständig neuen Schulformen drangsaliert werden dürfen. Als einen guten Landesvater, der lieber in Niedersachsen als in Berlin ist, stellte sie ihren niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister hervor. Unter rauschendem Applaus verließen die Politiker eine begeisterte Zuhörerschaft und die Halle 39. Zuvor allerdings stimmten viele in den Wahlkampf-Rocksong „So machen wir das. Für Niedersachsen“ mit ein.

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