Auch gestrige Betriebsversammlung unterbrochen / Keine neuen Ergebnisse

Mitarbeiter: „Wir sind Bosch!“

Nach der Betriebsversammlung gehen die Mitarbeiter über das Gelände und versammeln sich zu einer Kundgebung vor dem Bosch-Werkstor. Foto: Greber

HILDESHEIM  Auch gestern brachte die Betriebsversammlung bei Bosch in Hildesheim nach Aussage der IG Metall keine neuen Erkenntnisse: Hunderte Mitarbeiter des Geschäftsbereichs „Starter und Generatoren“ nahmen teil, um endlich zu erfahren, wie es weitergeht. Doch ihre Erwartungen wurden enttäuscht.

„Wir bleiben weiter im Ungewissen“, bedauerte Betriebsratsvorsitzender Stefan Störmer und richtete seinen Zorn gegen die Geschäftsführung: „Da wurde die soziale Maske vom Gesicht gerissen. Zu sehen ist die fiese Fratze des Großkapitalismus.“ Aus seiner Sicht würden die Bosch-Werte mit Füßen getreten. Viele Fragen seien von der Geschäftsführung unbeantwortet geblieben. Vor einer Woche wurde die zusätzliche Betriebsversammlung unterbrochen und gestern fortgesetzt. Doch auch diesmal wurde sie unterbrochen, weiter soll es am nächsten Donnerstag gehen. „Wir hoffen, dass es dann endlich Ergebnisse gibt“, erklärte Störmer. Denn damit hatten die Mitarbeiter eigentlich bereits gestern gerechnet, denn extra aus Stuttgart reiste Geschäftsführer Dr. Rolf Bulander an. „Doch er hatte nichts Neues mitgebracht“, ärgerte sich der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, Uwe Mebs. Nicht nur, dass die Arbeitsplätze erhalten werden sollen, die Mitarbeiter sollen auch bei Bosch bleiben, fordern Betriebsrat und IG Metall. Es wurde nicht beantwortet, ob die Menschen eine Perspektive bei Bosch haben, so Mebs. Es gebe auch keine Innovationen und neue Ideen für neue Produkte seitens der Geschäftsführung. Die Mitarbeiter fühlen sich verraten, obwohl sie zur Sanierung des Konzerns beigetragen haben. „Ihr seid Bosch“, rief Uwe Mebs den Teilnehmern der Kundgebung zu. Spontan antworteten sie im Sprechchor: „Wir sind Bosch!“ „Lasst uns kämpfen“, appellierte Mebs und will eine Demonstration vor der Firmenzentrale in Stuttgart organisieren.

Wie viele Mitarbeiter genau von der bevorstehenden Ausgliederung, also dem Verkauf, des Geschäftsbereichs „Starter und Generatoren“ betroffen sind, ist nicht bekannt. Die Geschäftsführung spricht von 500, der Betriebsrat von 900. Auch ist nicht bekannt, ob es einen Interessenten für den Geschäftsbereich gibt.

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