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„Mit Demenz im Krankenhaus“

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Vertreter der Krankenhäuser und das Projektteam setzen sich für demenzgerechte Krankenhäuser in der Region Hildesheim ein.
Vertreter der Krankenhäuser und das Projektteam setzen sich für demenzgerechte Krankenhäuser in der Region Hildesheim ein.

KREIS Die Krankenhäuser stehen aufgrund des demografischen Wandels vor starken Veränderungen ihrer Patientenstruktur. So ist bereits jeder zweite Patient 60 Jahre und älter. Schätzungsweise 20 Prozent der Krankenhauspatienten leiden an einer Demenz. Ein Krankenhausalltag besteht aus zeitlich straff organisierten Diagnose- und Behandlungsabläufen. Menschen mit Demenz benötigen jedoch eine besondere Betreuung, weil sie die fremde Umgebung und das Geschehen häufig nicht mehr richtig einordnen können. Viele Krankenhäuser sind auf diese Herausforderung noch nicht eingestellt.

Um die Situation von demenzerkrankten Menschen und deren Angehörigen während eines Krankenhausaufenthaltes zu verbessern, startete das Kooperationsnetzwerk „Mit Denken – Demenzfreundliche Region Hildesheim“ das Projekt „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“. „Die Resonanz in den bisher besuchten Krankenhäusern war sehr positiv“, erklärt Manuel Stender, zuständig für die Strukturplanung der Seniorenarbeit beim Landkreis Hildesheim. Im Kreishaus fand nun ein Treffen mit Vertretern der Krankenhäuser statt. In einem Vortrag machte Dr. Katharina Hüppe, Leiterin des Fachdienstes Gesundheit, die Notwendigkeit demenzsensibeler Kran-kenhäuser deutlich und regte eine gemeinsame Vernetzung an. Helga Kassebom von der Alzheimer-Gesellschaft Hildesheim stellte vielfältige praktische Unterstützungsmöglichkeiten vor. So ist unter anderem die Vermittlung von Schulungen des Krankenhausperso-nals, die Ausbildung ehrenamtlicher Demenzlotsen oder die Durchführung gemeinsamer Infoveranstaltungen möglich. Eine Infobroschüre der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft zeigt zudem eine Reihe von guten Praxisbeispielen auf.

Die Vertreter der Krankenhäuser bestätigten die große Bedeutung des Themas und entsprechende Handlungsbedarfe. So berichtete Dr. Konstantin Lekkos, dass im Helios-Klinikum Hildesheim bereits seit drei Jahren eine Geriatriestation (Altersmedizin) eingerichtet ist. Derzeit wird die Station demenzsensibel umgestaltet. Im Johanniter-Krankenhaus Gronau gibt es ebenfalls eine Geriatriestation, im Ameos-Klinikum Alfeld wird eine entsprechende Station gerade aufgebaut. Im Bernward-Krankenhaus sind innerbetriebliche Fortbildungen geplant. Das Ameos-Klinikum Hildesheim als psychiatrisches Fachkrankenhaus bietet beschützende Stationen an. Alle Teilnehmer sind an einer weiteren Zusammenarbeit und Vernetzung interessiert. „Der gemeinsame Erfahrungsaustausch war ein weiterer Schritt und Impulsgeber in Richtung demenz-gerechte Krankenhäuser“, so Manuel Stender. Ein Folgetreffen ist bereits vereinbart.

Informationen zum Netzwerk „Mit Denken“ sind unter www.demenzregion-hildesheim.de erhältlich. Eine Kontaktaufnahme ist telefonisch unter 05121/7597530 oder per E-Mail unter kon-takt@demenzregion-hildesheim.de möglich.

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