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Ministerin lobt den „Exportschlager“

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Geballte Anzahl an Meisterjahren: 44 Meister des Kammerbezirks werden geehrt.
Geballte Anzahl an Meisterjahren: 44 Meister des Kammerbezirks werden geehrt.

KREIS Alljährlich ehrt die Kreishandwerkerschaft Hildesheim-Alfeld ihre langjährigen Meister im Handwerk. In der Glashalle der Sparkasse wurden in festlichem Rahmen 44 Ehrungen ausgesprochen. Für besondere Leistungen in der Berufsausbildung wurde Firma Bornemann Gewindetechnik aus Delligsen ausgezeichnet.

Mit dem Bericht des Handwerks begrüßte Kreishandwerksmeister Ulrich Sackmann die Gäste: „Bei den meisten Handwerksbetrieben im Bezirk der hiesigen Kreishandwerkerschaft laufen die Geschäfte rund, trotz weltweiter Konjunkturschwäche.“ Laut offiziellen Umfragen ist davon auszugehen, dass das nächste Jahr auch positiv verlaufen werde, obwohl die derzeit schwächende gesamtwirtschaftliche Konjunktur nicht spurlos am Handwerk vorbeigehen wird. Trotz der positiven Konjunktur gibt es anhaltende Probleme mit der Nachwuchsfindung. Sackmann berichtete: „Insgesamt wurden in diesem Jahr erst 468 Ausbildungsverhältnisse geschlossen. Im Vorjahr waren es 510. Heute sind die Abschlüsse, Bachelor an der Universität und Meister nach einer Berufspraxis, gleichwertig. In den Köpfen ist diese Gleichwertigkeit jedoch noch nicht angekommen.“ Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer sieht für die Stadt und den Landkreis ein gutes Potenzial und eine gut aufgestellte Schullandschaft: „Wir müssen aufpassen, dass unsere jungen Leute nicht wegziehen und sie durch eine attraktive Gestaltung der Heimat halten.“ Er lobte die Vergabe des Ausbildungsförderpreises und meinte, dass sei „die richtige Linie“. Als Festrednerin befasste sich die Kultusministerin des Landes Niedersachsen, Frauke Heiligenstadt, mit dem dualen Ausbildungssystem und benannte es als „Exportschlager“. Sogar China und die USA seien an diesem Prinzip der engen Verzahnung von Theorie und Praxis interessiert. Diese Stärke in der Ausbildung müsse ausgebaut werden, auch mit Blick auf Inklusion.

„Klares Ja“

Optimale Rahmenbedingungen für alle Leistungsstärken und Schwächen müssen geschaffen werden. Zudem sprach sich die Ministerin für ein „klares Ja“ zur Beibehaltung des Meistertitels aus und erntete zustimmenden Applaus. Kritisch betrachtet sie die 2004 verabschiedete Novellierung des Meistertitels. Dabei wurde der Meistertitel als Voraussetzung für die Selbstständigkeit auf 41 Berufe reduziert. Als Folge sind nun 75 Prozent der Betriebe ohne Meister geführt, bilden nicht aus und auch die Qualität der Leistungen lässt zum Teil zu wünschen übrig. Im Zuge der EU-Gespräche müsse Deutschland eine klare Meinung zum Erhalt der dualen Ausbildung und zum Meisertitel vertreten.

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