Sarstedter THW begrüßt 15 Flüchtlinge zum ersten Ausbildungsdienst

Mastwurf ist keine Sportart

Christian Rathke führt vor, wie man Leinen richtig aufschießt.

SARSTEDT Im September veranstaltete der Sarstedter Ortsverband des Technischen Hilfswerkes einen Infoabend für Flüchtlinge (die LDZ berichtete). Die Präsentation der Aufgaben der Hilfsorganisation begeisterte 15 von ihnen so sehr, dass sie am Sonnabend zum ersten Ausbildungsdienst gekommen sind.

Dr. Christian Rathke begrüßte die neuen Helfer aus Syrien, dem Sudan und Afghanistan mit einer Vorstellungsrunde. „Wir wollen die Ausbildung grundsätzlich auf Deutsch gestalten“, erklärte der Ortsbeauftragte für Sarstedt – die ersten Ausbildungsunterlagen hat er trotzdem auch auf Englisch übersetzt. Von der Stadt Sarstedt waren Elke Pytel-Weber und Barzan Youssef dabei – zum einen als moralische Unterstützung für die Flüchtlinge, aber auch als Dolmetscher – denn obwohl einige der Teilnehmer fast fließend Deutsch sprechen, benötigen andere noch mehr Hilfe bei der Übersetzung. „Die Ausbildung beim THW ist eine großartige Möglichkeit, besser Deutsch zu lernen“, sagte der Integrationsbeauftragte Barzan Youssef: „Wenn die Flüchtlinge nur untereinander sind, sprechen sie natürlich nur Arabisch, hier hören und sprechen sie alltägliches Deutsch.“ Bevor die ersten Schritte der Ausbildung beginnen konnten, stand aber die Aufnahme der Helferanwärter ins THW im Fokus – bei der Übersetzung der Eintrittsformulare war Youssef eine große Hilfe. Wie jedes neue THW-Mitglied wurden die Flüchtlinge natürlich auch mit Dienstbekleidung ausgestattet. „Wir haben verschiedene Kleidungsgrößen zusammengestellt und probieren uns jetzt durch“, erläuterte Philip Ziemek, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit: „Die Bekleidung wird dann zentral verschickt, wir achten bei den ersten Diensten darauf, dass die Ausbildung auch ohne Schutzausstattung möglich ist.“ Auch deshalb war der praktische Ausbildungsteil des Tages den „Stichen und Bunden“ gewidmet – vereinfacht geht es darum, mit Leinen und Knoten zu arbeiten. „Bei aller Technik in unserer Organisation lernen wir auch, mit einfachsten Mitteln zu arbeiten“, betonte Ziemek. Zumindest lernte die Ausbildungsgruppe einige neue Begriffe, die vielleicht auch nicht jeder Einheimische zuordnen kann – Mastwurf ist keine Sportart für Seeleute, ein Sackstich hat nichts mit Nadel und Faden zu tun und ein Ankerstich ist keine Technik für maritime Tattoos. Sowohl beim gemeinsamen Arbeiten, vor allem aber bei der Aussprache der Namen der Knoten, hatten alle Beteiligten viel Spaß, und so freuen sich Ausbilder und Auszubildende auf die nächsten Dienste.

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