Studierende der Universität Hildesheim organisieren das Festival „State of the Art“

Kunstinteressierte lechzen nach Praxis

Die Studierenden Johann Thomas, Laurin Thiesmayer und Tobias Malcharzik während der Proben.

HILDESHEIM Für drei Tage wurden aus Seminarräumen Aufführungsorte. In der ehemaligen „Eisfabrik“ war die Gruppe Ingrid und Othello zu Gange, im angrenzenden „Bunker“ entstand am Wochenende eine Raum-Klanginstallation, auf den Emporen fand eine Fotoausstellung und die Performance von Laurin Thiesmeyer und Tobias Malcharzik statt. Im ehemaligen Wohnhaus des Hofcafébesitzers stand ein Fliegentamagotchi, und natürlich wurde auch das Burgtheater auf dem Domänengelände genutzt. Auf der Wiese neben dem Festivalzentrum gab es die Möglichkeit, in einer mobilen Sauna schweißtreibende Gespräche zu führen.

Studierende der Universität Hildesheim haben am vergangenen Wochenende das Festival „State of the Art“ organisiert. Rückblick – vier Wochen zuvor: An einem Freitagabend in Hildesheim. Es sind Semesterferien und über das Campusgelände schlendern drei junge Männer. 20 Meter Kabel im Arm, Boxen auf der Schulter. Die Woche war wieder lang, Laurin Thiesmeyer und Tobias Malcharzik sind mitten in den Proben. Und das Leben von Johann D. Thomas dreht sich in diesen Tagen um Produktionen, Technik, Geld und Räume. Gemeinsam mit Veronika Knaus und Julia Roth organisiert er das „State of the Art“. Was das ist? Der 25-Jährige beschreibt das so: „Es ist ein „Performing Arts“-Festival, bei dem Theater, Medien, Kunst, Literatur und Musik zusammenkommen, alle Institute der Universität Hildesheim, die hier auf der Domäne sind. Wir trennen nicht, sondern bringen zusammen und wollen einen Ort für gesellschaftliche Diskurse schaffen.“ Das „State of the Art“ ist ein studentisch organisiertes Diskursfestival des Fachbereichs Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation der Universität Hildesheim. Beteiligt sind Studierende der Bachelorstudiengänge Kreatives Schreiben, Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Szenische Künste, Philosophie-Künste-Medien sowie die Masterstudiengänge Inszenierung der Künste und Medien, Kulturvermittlung und Literarisches Schreiben. Seit seiner Gründung 2009 wurde das Festival zur Plattform für die freie künstlerische Praxis von Studierenden. Das Festival organisiert Probenbesuche bei den produzierenden Gruppen, stellt Räume, Technik und ein Produktionsbudget bereit – und vor allem ein diskussionsfreudiges Publikum.

Kommentare