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„Keine konkreten Informationen“

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140 Zuhörer kommen in den Ridel-Saal der Volkshochschule, um sich über das Freihandelsabkommen zu informieren.
140 Zuhörer kommen in den Ridel-Saal der Volkshochschule, um sich über das Freihandelsabkommen zu informieren.

HILDESHEIM  Einen so gut gefüllten Riedel-Saal hatten nicht einmal die Organisatoren erwartet: Rund 140 Menschen wollten sich über das Freihandelsabkommen TTIP, das derzeit zwischen der EU und den USA verhandelt wird, informieren.

Das „Hildesheimer Bündnis gegen TTIP, CETA & Co.“ hatte gemeinsam mit der Stiftung Leben & Umwelt, der Heinrich-Böll-Stiftung, und der Volkshochschule Hildesheim eingeladen. Unter der Moderation des grünen Landtagsabgeordneten Ottmar von Holtz brachten die geladenen Gäste auf dem Podium den Zuhörern mit anschaulichen Beispielen nahe, was zurzeit genau auf europäischer Bühne verhandelt wird. Cornelia Reetz von der Europäischen Bürgerinitiative gegen CETA und TTIP berichtete davon, dass es selbst für Abgeordnete des Europäischen Parlaments nicht möglich sei, Zugang zu konkreten Informationen zum aktuellen Verhandlungsstand zu bekommen.

Ralf Welter, Lehrbeauftragter für Wirtschaftspolitik an der FH Aachen, wunderte sich, dass sich in Deutschland vor allem mittelständische Unternehmen nicht rühren. Denn es sind rund 130 europäische und amerikanische Großkonzerne, die bei den Verhandlungen mitreden. Welter geht nicht davon aus, dass in diesen Gesprächen die Interessen des Mittelstands vertreten werden. Thomas Muntschik von Radio Tonkuhle trug zu der Erkenntnis bei, dass TTIP eigentlich jeden etwas angehe. Eine Steilvorlage, die der Greenpeace-Vertreter auf dem Podium, Jürgen Knirsch, nutzte, um an alle zu appellieren, Freunde und Verwandte auf die Brisanz des Themas aufmerksam zu machen.

Realistische Prognose

Alle Referenten zeigten sich begeistert von den vielen Interessierten im Saal. Jürgen Knirsch schloss mit der aus seiner Sicht realistischen Prognose, dass der Widerstand gegen TTIP und CETA in der Bevölkerung, im Gegensatz zum Widerstand gegen frühere Handelsabkommen, ob seiner Massivität, tatsächlich zum Aussetzen der Verhandlungen führen wird. Das Hildesheimer Bündnis wird getragen vom Bund für Natur- und Umweltschutz (BUND), Kreis- und Ortsverband Hildesheim Bündnis 90/Die Grünen, DGB Hildesheim, Kreisverband Hildesheim Die Linke und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung – Diözesanverband Hildesheim. Die Veranstaltungsreihe wird am 25. November um 19.30 Uhr im VHS-Riedel-Saal, fortgesetzt. Patrick Schreiner, Fachreferent für Wirtschaft, Umwelt und Europa beim DGB Niedersachsen, wird einen Ausblick auf die möglichen Auswirkungen von TTIP auf die soziale Sicherheit und die Arbeitnehmerechte in Europa geben.

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