1. leinetal24
  2. Lokales
  3. Hildesheim

30 Jahre Feldbahnmuseum

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Das Hildesheimer Feldbahnmuseum wird 1984 am Kennedydamm hergerichtet, da das Areal zu diesem Zeitpunkt ein wilder Müllabladeplatz war.
Das Hildesheimer Feldbahnmuseum wird 1984 am Kennedydamm hergerichtet, da das Areal zu diesem Zeitpunkt ein wilder Müllabladeplatz war.

HILDESHEIM Im September 1983 wurde der Grundstein für das heutige Feldbahnmuseum Hildesheim gelegt. Sechs rostige Lokomotiven standen im Lokschuppen der Ziegelwerke Albert in Algermissen und sollten verschrottet werden.

Dies musste verhindert werden, und so war Werner Voß nach kurzer Bedenkzeit Eigentümer von sechs Lokomotiven, acht Feldbahnwagen und den restlichen Gleisen, die auch zehn Jahre nach der Betriebseinstellung der Bahn immer noch auf dem Ziegeleigelände lagen. In den folgenden Wochen verbrachte er zusammen mit seinem Mitstreiter Joachim Diehl, der in den Anfangsjahren mit an dem Projekt arbeitete, viele Wochenenden in Algermissen. Die Gleise wurden wieder befahrbar gemacht, und man schaffte es, zwei Lokomotiven wieder zum Fahren zu bringen. Da in der Ziegelei noch voll gearbeitet wurde, sah man sich nach einem neuen Gelände um. So kam es, dass Voß im Frühjahr 1984 von der Stadt Hildesheim das heutige Museumsgelände am Kennedydamm langfristig pachten konnte.

Mit dem Umzug von Algermissen nach Hildesheim reifte immer mehr der Plan, die erhaltenen Feldbahnen nicht nur zum Privatvergnügen fahren zu lassen, sondern sie langfristig in einem Museum zu präsentieren. Nun galt es, einen Lokschuppen zu bauen, Gleise zu verlegen und das Gelände in einen vernünftigen Zustand zu versetzen, da es zu diesem Zeitpunkt ein wilder Müllabladeplatz war. Voß erwarb weitere interessante Feldbahnlokomotiven und Wagen aus dem norddeutschen Raum. So wuchs die Sammlung von Werner und Andreas Voß in den vergangenen 30 Jahren ohne eine öffentliche Förderung auf 30 Lokomotiven und fast 100 Wagen an und zählt damit zu den größten ihrer Art in Deutschland. Besonders stolz sind Werner und Andreas Voß darauf, dass ein Großteil der Sammlung aus Feldbahnfahrzeugen besteht, die einst im Hildesheimer Land im Einsatz waren, so wie die originalen Rübenwagen des Rittergutes Oedelum oder die letzten Lokomotiven der Baufirma Mölder & Cie aus Hildesheim. „Am kommenden Pfingstwochenende feiern mein Vater und ich nun 30 Jahre Feldbahnmuseum, zu dem wir auch ein paar Gastfahrzeuge begrüßen dürfen“, so Andreas Voß: „Außerdem präsentieren wir auch zwei besondere Exponate. Zum einen nehmen wir am Pfingstsonntag eine neue Lokomotive in Betrieb, passend zum Jubiläum auch unsere Lok Nr. 30.“ Als zweites wird die Lok 17 nach ihrer Restaurierung wieder in den regulären Museumseinsatz zurückkehren und mit ihrer hellblauen Farbgebung ein besonderer Farbtupfer sein. An beiden Fahrtagen (Sonntag, 8. Juni, und Montag, 9. Juni) werden von 10 Uhr bis 18 Uhr immer zwei Züge mit wechselnden Lokomotiven verkehren und den Besucher eine Eisenbahnerlebnis der besonderen Art bieten. Für das leibliche Wohl wird natürlich auch gesorgt, denn das Gartenlokal und der Kuchenschuppen laden zum Verweilen ein.

Auch interessant

Kommentare