Kinder arbeiten an der Sonderausstellung „Mumien der Welt“ mit / Aufnahme von Hörbeiträgen

Gruselt sich der Kurator?

Junge Mitglieder des Museumsvereins sprechen im professionellen Tonstudio: Lilly Klocke, Megan Kerstenpfad, Robin Kreter (von rechts) und Taddeo Weismann (vorn) helfen, die Sonderausstellung zu gestalten. Foto: Kolbe

Hildesheim Am Sonnabend, 13. Februar, beginnt die Sonderausstellung „Mumien der Welt“ im Roemer- und Pelizaeus Museum (RPM). Die Ausstellung ist als Gesamtwerk zu betrachten, an dem Wissenschaftler, andere Museen sowie Gestalter und Kuratoren des RPM beteiligt sind. Doch auch die Kinder des Museumsvereins brachten sich in die Gestaltung aktiv ein.

Seit einigen Monaten haben sich 14 Kinder und Jugendliche unter museumspädagogischer Leitung mit dem Thema „Mumien“ beschäftigt. Sie blickten hinter die Kulissen, führten Gespräche mit dem Co-Kurator Oliver Gauert, dem Diplom-Restaurator Jens Klocke und Gestaltern des RPM. Einige Kinder nahmen sogar an den kürzlich vorgenommenen CT-Untersuchungen der Exponate teil.

Die Ergebnisse aus den Fragen der Kinder und Antworten ihrer Interviewpartner werden an zwei Hörstationen und einer Bildschirmpräsentation mit einem zehnminütigen Film präsentiert. Oliver Gauert schilderte die Fragen als sehr kreativ: „Das waren Fragen, die mancher Student nicht zu stellen vermag. Da sind schon kleine Experten dabei.“ Neben historischen Expertenfragen interessierte die Kinder aber auch, ob sich der Kurator im Museum manchmal gruselt oder ob er Witze über Mumien mag. Auch wollten sie wissen, ob wohl auch Bandwürmer mitmumifiziert wurden oder ob die Luft in der Luftröhre einer Mumie auch antik ist. Eine Frage lautete, wie die Organe und das Gehirn für die Mumifizierung entfernt werden. Die Kinder wurden zusätzlich von Kristin Moldenhauer begleitet, die beim Radio Tonkuhle die Leitung der „Plonk“-Kinderredaktion innehat. Schon vor Ort wurden Tonaufzeichnungen angefertigt und Protokolle erstellt. Zudem wurde das Geschehen professionell gefilmt. Um eine gute Qualität der Aufnahmen zu gewährleisten, trafen sich alle Kinder im Tonkuhle-Sender, um ihre Texte deutlich aufzusprechen. Das Material wird dort für die Hörstationen aufbereitet. Das „Junge Museum“ (JuMu) ist ein spezieller Bereich des Museumsvereins, hält derzeit rund 100 Mitglieder und wurde 2011 gegründet. Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren sind dabei die „JuMi-Forscher“, Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren sind in der Gruppe der „JuMi-Experten“ richtig aufgehoben. Für einen Jahresbeitrag von 10 Euro haben die Kinder jederzeit kostenfreien Eintritt in das Museum und können an besonderen Workshops teilnehmen. Das Jahresprogramm ist eng an die Sonder- und Dauerausstellungen gekoppelt. Die Kinder werden zum Entdecken und Lernen angeregt, ohne dass Informationsinhalte verflacht werden. ckb

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