128 Feuerwehrkräfte kämpfen gegen Brand des Dachstuhls in Emmerke / Einsatzreiche Nacht

Grundschule steht in Flammen

Die Emmerker können es nicht glauben: Einwohner stehen am Neujahrsmorgen verloren auf dem Schulhof ihrer Grundschule und betrachten und fotografieren die Überreste der Grundschulgebäude. Fotos: Hüsing

EMMERKE / HILDESHEIM Mit ungläubigen Gesichtern pilgern am Neujahrsmorgen die Bewohner Emmerkes zu ihrer Grundschule. Hier und da ist ein gemurmeltes „Guten Morgen“ zu hören, den Gruß „Frohes Neues“ verkneifen sich die Meisten angesichts der verkohlten Überreste des Gebäudes an der Max-Seeboth-Straße. Hier war in der Silvesternacht gegen 1 Uhr der Dachstuhl des östlichen Gebäudeteils der Grundschule aus bisher ungeklärter Ursache in Brand geraten.

Obwohl alle Freiwilligen Feuerwehren aus der Gemeinde Giesen, zuzüglich der Freiwilligen Feuerwehren aus Nordstemmen und Sorsum, sowie fünf Kameraden der Berufsfeuerwehr aus Hildesheim schnell vor Ort eintrafen, konnte ein Ausbreiten des Brandes im Dachstuhl des Gebäudekomplexes vorerst nicht verhindert werden.

„Wir wurden gegen 2.30 Uhr alarmiert“, berichtet Uwe Schmull, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Nordstemmen. Ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) und der Gerätewagen Logistik (GWL) sowie 15 Einsatzkräfte fuhren aus Nordstemmen nach Emmerke, um nachbarschaftliche Löschhilfe zu leisten. Vor allem die Atemschutzgeräteträger wurden dringend gebraucht, um genügend Pressluftflaschen samt ihrer Träger vor Ort einsetzen zu können. „Es war schon ein ziemlicher Aufriss“, schildert Uwe Schmull die Situation vor Ort. Seine Mannschaft war gegen 5.30 Uhr wieder zurück am Standort Nordstemmen.

Emmerke zählt zum Brandabschnitt Nord, der eng mit der Stadt Hildesheim und der dort ansässigen Berufsfeuerwehr zusammenarbeitet. Auf Anforderung des Einsatzleiters der Feuerwehr Emmerke wurden die Drehleiter sowie der B-Dienst der Berufsfeuerwehr gegen 1 Uhr alarmiert. Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurde noch das TLF 20/40 und der Wasserförderzug der Feuerwehr Hildesheim – bestehend aus den Feuerwehren Sorsum und Himmelsthür – zu der Einsatzstelle gerufen. Diese Kräfte der Feuerwehr Hildesheim unterstützten dort über mehrere Stunden die Löscharbeiten.

Im weiteren Verlauf konnte das Feuer durch die 128 Feuerwehrkameraden unter Kontrolle gebracht werden. Gegen 3.54 Uhr war der Brand vollständig gelöscht. Durch den ebenfalls vor Ort erschienenden Bürgermeister der Gemeinde Giesen wurden der entstandene Brandschaden und der durch die Löscharbeiten verursachte Wasserschaden auf etwa eine Million Euro geschätzt. Zum Zeitpunkt des Brandes haben sich keine Personen im Gebäude befunden.

Die Feuerwehr Nordstemmen rückte bereits am Silvesterabend kurz vor Mitternacht zu einer Notfalltüröffnung aus, bei der die Person hinter der Tür nicht ansprechbar war. Ansonsten blieb es für die Einsatzkräfte bis zum Brand in Emmerke ruhig.

Kleinere Einsätze

Anders sah es da in Hildesheim selbst aus: Die Feuerwehr Hildesheim hatte zum Jahreswechsel mit insgesamt zwölf Einsätzen zu tun. Hierbei handelte es sich um acht Container- und Papierkorbbrände, eine Notfalltüröffnung, einen Wasserschaden, eine Hilfeleistung Tier sowie dem Brand in der Gemeinde Giesen. Die Container- und Papierkorbbrände wurden von der Freiwilligen Feuerwehr bekämpft. Die freiwilligen Helfer waren am Silvesterabend von 20 Uhr an mit zwei Fahrzeugen, zusätzlich zu den Kräften der Berufsfeuerwehr, im Dienst. Die Kameraden verbrachten gemeinsam den Abend im Feuerwehrhaus an der Feuerwache und rückten von dort zu den Einsätzen aus. Für den Rettungsdienst begann der Jahreswechsel zunächst relativ ruhig. Von 20 Uhr bis Mitternacht wurden im gesamten Rettungsdienstbereich lediglich 14 Einsätze gezählt. Dieses sollte sich nach Mitternacht ändern. Von 0 bis 7 Uhr wurden 62 Notfälle abgearbeitet. Um diese erhebliche Anzahl an Einsätzen zu bewältigen, wurden alle Einheiten des so genannten „erweiterten Rettungsdienst“ alarmiert und unterstützen den Regelrettungsdienst bei den anfallenden Einsätzen. Hierbei handelte es sich im Großen und Ganzen um die üblichen Einsätze, die an Silverster anfallen, also alkoholbedingte Einsätze, Verletzungen durch Pyrotechnik oder körperliche Auseinandersetzungen und medizinische Notfälle. Als Fazit ist zu sagen, dass die Silvesternacht für die Feuerwehr Hildesheim und den Rettungsdienst einsatzreich und anstrengend war. kim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare