„Forum Literaturbüro“ startet bewährte Aktion / „Auf festere Beine stellen“

Grass setzt Zeichen

Neue Runde der Lesezeichen läuft an: Dirk Schröder von der Friedrich-Weinhagen-Stiftung (links) und Janet Hurst-Dittrich von der Kulturstiftung der Sparkasse Hildesheim unterstützen Jo Köhler (Mitte) vom Literaturbüro bei dem Projekt. Foto: Kolbe-Bode

HILDESHEIM In diesem Jahr werden die Lesezeichen des „Forum Literaturbüro“ in noch nie dagewesener Dichte viele Straßen und Plätze mit „Lyrische Lebensräumen“ füllen. Mit der Anzahl von 60 Plakaten ist die Menge nahezu verdoppelt und der Radius über die Innenstadt, bis in einige Stadtteile hinaus, erweitert worden.

Auch bei der Größe der Banner soll das Spektrum vergrößert werden. Die Montage wird im April erfolgen und neben weiteren Plätzen an der City-, Andreas-, und Michaeliskirche sowie der Martin-Luther-Kirche in der Nordstadt stattfinden. Ein Neueinsteiger als Lesezeichenhüter ist hinzugekommen: Die Arneken-Galerie. Der Hauptbahnhof bleibt als bekannter Ort für die Lesezeichen, trotz Umbauphase, bestehen. „Hier werden wir uns etwas Besonderes einfallen lassen“, verspricht der Hauptinitiator vom Literaturbüro, Jo Köhler. Sehr froh ist Köhler darüber, dass er in diesem Jahr gleich zwei bekannte Literaturnobelpreisträger für die Lesezeichen gewinnen konnte: den schwedischen Schriftsteller Thomas Tranströmer und Günter Grass. An einem Ort, den Köhler noch nicht nennen wollte, wird ein eigens für das WM-Jahr kreiertes Gedicht von Grass zu finden sein. Für die Aktion wird ein gedruckter Stadtführer, in dem alle Lesezeichenorte verzeichnet sind, angefertigt.

Durch die Präsenz der meist überdimensionalen Lesezeichen im öffentlichen Raum sollen Menschen für die Kunst des Wortes begeistert werden, die sonst kaum Gelegenheit haben, an literarischen Werken zu partizipieren. Die Texte sind auch in Stadtbussen und Wartestationen vertreten. Sie sollen den Wartenden eine kleine Auszeit aus dem Alltag bieten, um eigene Gedanken schweifen zu lassen oder einzelne Worte mit in den Tag zu nehmen. Die Lesezeichenidee ist ein Kulturformat, das weit über die Grenzen Hildesheims große Anerkennung findet, bundesweite Impulse setzt und in ganz Deutschland seinesgleichen sucht.

Möglich wird das Projekt unter dem Motto „Lebensräume – Lebensträume“ durch folgende Hauptförderer: Kulturstiftung Sparkasse Hildesheim, 6 000 Euro, Friedrich-Weinhagen-Stiftung, 8 000 Euro, sowie Landschaftsverband und Stadt Hildesheim mit jeweils 6 000 Euro. Als überregionaler Spender ist erstmals die Kulturstiftung der Nord LB mit 5 000 Euro dabei. Bei der Spendenübergabe zeigte sich, dass die Kuratoren der Förderer von dem Projekt und dessen positiver Wirkung für die Stadt überzeugt sind. Der Kulturdezernent der Stadt und Vorstandsvorsitzender der Weinhagen-Stiftung, Dirk Schröder, ließ sogar anklingen, die Arbeit des Literaturbüros und dessen Projekte auf festere Beine stellen zu wollen. Auch darüber sei man sich im Kuratorium einig und werde gemeinsam mit der Stadt einen Weg finden, erklärte Schröder. Janet Hurst-Dittrich von der Unternehmenskommunikation der Sparkasse erklärte, dass sich die Sparkassenstiftung nicht nur monetär beteiligt, sondern auch Gebäude und Schaufenster für die Lesezeichen zur Verfügung stellt. Die Gedichtauswahl stammt aus dem Fundus des Literaturbüros, das seit 1995 in Hildesheim Literaturarbeit leistet. Darunter sind Texte von Siegern verschiedener Literaturwettbewerbe vom Jugend- bis ins Seniorenalter. Viele von ihnen stammen aus Hildesheim oder dem Landkreis. ckb

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