Internationaler Frauentag 2014 steht im Zeichen des Networking

„Frauen, vernetzt euch!“

Der Landkreis zeigt Flagge! Angela Geweke, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, und Auszubildende Juliane Behrens (von links) präsentieren die neue Fahne der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung in Hannover. Foto: Rischmüller

KREIS Kaum jemand kann sich heute den Netzwerken im Internet entziehen. Doch wie sieht es mit einer professionellen Vernetzung im Alltag aus? Dieser Frage widmet sich heute der Internationale Frauentag. Gerade Frauen haben Nachholbedarf, wenn es um den zielgerichteten Aufbau von Beziehunskonstrukten geht.

Dabei sind Netzwerke extrem wichtig, denn sie bieten Förderung, Unterstützung, Informationen, und sie ermöglichen die leichtere Abwicklung von Geschäften oder Projekten. Diese Erfahrungen machte auch Angela Geweke, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Hildesheim. Sie profitiert heute von Kontakten früherer beruflicher Tätigkeiten und kommt so zu guten Erfolgen. Wichtig sind ihr das Geben und Nehmen, die Sachlichkeit sowie ein vernünftiger Umgang im menschlichen Miteinander. „Man muss nicht alles alleine schaffen. Warum soll man nicht Unterstützung in Anspruch nehmen?“, betont sie: „Gerade wenn man als Einzelkämpfer auftritt, steht man häufig alleine da.“ Gerade Frauen nutzen ihre Kontakte viel zu selten zur Förderung ihrer Karriere. Sie wollen nicht durch „Vitamin B“ oder Klüngelei vorwärts kommen, keinen Raum für Spekulationen über Vetternwirtschaft lassen. Doch gerade ihre Ressentiments gegenüber professionellen Netzwerken führen zu Nachteilen beim Erklimmen der Karriereleiter. So empfiehlt Geweke den Frauen ausdrücklich, formelle und informelle Netzwerke für sich zu nutzen, sie auf- und auszubauen und regelmäßig zu pflegen. Während es sich bei formellen Vernetzungen beispielsweise um Gewerkschaften, Firmenveranstaltungen, Messen oder sonstige Branchentreffen handelt, sind es bei informellen Netzwerken persönliche Kontakte. Gerade hier liegen die maßgeblichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Denn während Männer durchgängig ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen, pausieren auch in Zeiten der Gleichstellung immer noch überwiegend die Frauen während der Familienphasen. Allzu oft werden in dieser Zeit eigene Kontakte und Netzwerke vernachlässigt. Kehren sie in den Beruf zurück, begeben sie sich eher als Männer nach Konferenzen oder ähnlichen Veranstaltungen wieder in den Kreis der Familie. Männer indes nutzen nachdienstliche Treffen, um sich zu vernetzen und zur Kontaktpflege. Darüber hinaus, so Geweke, gebe es in weiblichen Netzwerken auch den Neidfaktor. Unsicherheit bezüglich der eigenen Position begünstige diesen möglicherweise. Sie rät Frauen daher, über den Dingen zu stehen und sich auch zu trauen, Sachen offen anzusprechen. Außerdem sollten sie selbst aktiv werden und den Kontakt zu Institutionen und Kontaktpersonen suchen. Dies bedeutet jedoch nicht das wahllose Verteilen von Visitenkarten. Dass Frauen nicht nur beim Netzwerken Flagge zeigen sollten, zeigt die neue Fahne der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung in Hannover. Erstmals wird sie dieses Jahr in einigen Städten und Gemeinden des Landkreises gehisst. So soll die Bedeutung des Frauentages betont werden und zum Ausdruck gebracht werden, dass vom Landkreis Hildesheim Impulse ausgehen, um die Gleichberechtigung voran zu bringen. Informationen über Veranstaltungen und Netzwerkmöglichkeiten erhalten sie unter www.frauenbeauftragte.de. ar

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