Erwerbsarmut

„Frauen fehlt das nötige Geld“

Kreis – Ein großer Teil der 45 300 Menschen, die im Landkreis Hildesheim einen Teilzeit- oder Minijob haben, ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) von Erwerbsarmut bedroht. „Insbesondere Frauen fehlt am Monatsende das nötige Geld“, sagt Lena Melcher von der NGG Hannover mit Blick auf aktuelle Zahlen des statistischen Bundesamts. Danach ist jeder sechste Haushalt (16,4 Prozent) im Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Hannover armutsgefährdet. So kommt eine Teilzeitkraft, die 25 Wochenstunden in einer Bäckerei oder Fleischerei arbeitet und nicht nach Tarif bezahlt wird, auf einen Verdienst von durchschnittlich rund 1 000 Euro brutto im Monat. Die Armutsgrenze für eine Familie mit zwei Kindern liegt nach amtlicher Definition bei aktuell 2 174 Euro pro Monat – netto. „Längst nicht nur Alleinerziehende, sondern zunehmend auch Doppelverdiener haben Schwierigkeiten, über diese Grenze zu kommen. Die Leidtragenden sind oft die Kinder“, so Melcher. Nach einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands stehen den ärmsten zehn Prozent der Haushalte lediglich 44 Euro monatlich pro Kind für Freizeit, Sport und Kultur zur Verfügung. Durchschnittlich sind es 123 Euro, bei den reichsten zehn Prozent 257 Euro.

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