14 Arten im Landkreis

ÖSML untersucht den Fledermausbestand in Hasede und Umgebung

Fledermaus
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Bei der Bestandssichtung werden 32 Muttertiere des vom Aussterben bedrohten Kleinen Abendseglers gefunden – sehr zur Freude der Fledermausexperten.

Kreis – Viele Menschen fürchten sie, obwohl die meisten ihnen nie begegnen: Die Rede ist von Fledermäusen. Weil es jedoch so viele Schauergeschichten über sie gibt, haftet ihnen bis heute etwas Bedrohliches an (siehe Dracula-Trailer).

Dabei sind Fledermäuse – für den Menschen – ausgesprochen nützliche Tiere. Die meisten Arten ernähren sich von Insekten und sind damit auch Schädlingsvertilger. In Deutschland sind 25 Arten nachgewiesen, davon 19 in Niedersachsen. Die meisten sind stark gefährdet, einige – wie der Kleine Abendsegler oder die Zweifarbfledermaus – sind vom Aussterben bedroht. Umso wichtiger ist es, noch vorhandene Lebensräume für Fledermäuse und damit die Arten selbst zu schützen und zu erhalten. Als Refugien haben sich die Schutzgebiete Haseder Busch mit seinem Hartholzauwald sowie Nette und Sennebach am Hainberg mit der Vielfalt an Offenflächen und Gewässern im Landkreis Hildesheim erwiesen. Beide Gebiete sind von einem großen Anteil sogenannter Habitatbäume geprägt, das sind sehr alte Bäume, die absterben oder schon abgestorben sind, oder aber besondere Strukturen wie Specht- und Baumhöhlen oder Rindentaschen besitzen. Für die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Hildesheim hat dies die Ökologische Station Mittleres Leinetal (ÖSML) durch eine Kartierung der Habitatbäume festgestellt. Die Bäume dienen anderen Pflanzen- und Tierarten, vor allem auch Fledermäusen, als Lebensraum. Mit dem Ergebnis ihrer Untersuchungen sind die Fledermausexperten zufrieden: Im Haseder Busch wurden 13 Arten erfasst, am häufigsten gingen Bartfledermäuse ins Netz, gefolgt von Zwergfledermäusen. Im Schutzgebiet Nette und Sennebach waren es sogar 14 Arten, hier wurden Breitflügelfledermäuse am häufigsten erfasst. Was die ÖSML-Experten besonders freut: Im Haseder Busch entdeckten sie zwei Quartiere des vom Aussterben bedrohten Kleinen Abendseglers: 32 Muttertiere zählten sie.

„Das sei ein tolles Ergebnis und ein Hoffnungsschimmer für den Erhaltungszustand dieser Art in Niedersachsen.“

Jonathan Langenbusch, ÖSML-Experte

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